Frankfurt am Main (sth). Der finanzielle Druck auf die gesetzliche Rentenversicherung wird schon in naher Zukunft deutlich zunehmen. Grund dafür sei, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts “besonders starke Geburtenjahrgänge in Rente gehen”, schreibt die Bundesbank in ihrem neuen Monatsbericht. Der Beitragssatz zur Rentenversicherung müsse deshalb in den kommenden Jahren “erheblich steigen”.
Schon im laufenden Jahr dürfte das Defizit in den Rentenkassen deutlich steigen, erwarten die deutschen Währungshüter. Zum einen würden die Beitragseinnahmen vermutlich “spürbar schwächer wachsen als im letzten Jahr”, da die beitragspflichtigen Verdienste langsamer zunähmen. Aber auch ein voraussichtlich beschleunigter Zuwachs der Steuerzuweisungen an die Rentenversicherung “kann das nicht ausgleichen”, so die Bundesbanker.
Zudem sei damit zu rechnen, dass die Rentenausgaben “weiter dynamischer steigen als die Einnahmen”, heißt es in dem Bericht weiter. Bis zur Jahresmitte schlage dabei die deutliche Rentenerhöhung vom Vorjahr mit 4,57 Prozent zu Buche. Auch die im Juli anstehende Rentenanpassung 2025 könnte “fast 4 Prozent betragen”, schreibt die Bundesbank. Im jüngsten Rentenversicherungsbericht vom November 2024 hatte die Bundesregierung allerdings eine Rentensteigerung von “nur” rund 3,5 Prozent prognostiziert.
Rentenzahl steigt 2025 vermutlich stärker als im Vorjahr
Für das laufende Jahr erwartet die Notenbank, dass die Rentenzahl “auch demografiebedingt stärker als 2024” zunimmt. Dazu kämen auf die Rentenkassen nochmals fast 1,5 Milliarden Euro an Zusatzkosten aufgrund der seit Mitte 2024 gezahlten Zuschläge für Bestands-Erwerbsminderungsrenten zu. Ähnlich hoch seien die Belastungen durch den starken Anstieg des Zusatzbeitrags in den gesetzlichen Krankenkassen, heißt es in dem Bericht.
Um den demografisch bedingten Finanzierungsdruck auf die Rentenkassen zu mindern, wäre es deshalb “zielführend, finanzielle Vorteile für einen vorgezogenen Rentenzugang abzubauen und das Rentenalter nach 2030 an die Lebenserwartung zu koppeln”, schlägt die Bundesbank vor. Diese Maßnahmen würden zudem die Erwerbstätigkeit, die Wirtschaftsentwicklung und die staatliche Einnahmenbasis stützen und die Rentenausgaben dämpfen.
