Frankfurt am Main (sth). Die anhaltend schwache Konjunktur bei gleichzeitig hohen Lohnzuwächsen und Rentensteigerungen macht sich nach Einschätzung der Bundesbank 2025 in den gesetzlichen Rentenkassen negativ bemerkbar. Laut dem neuen Monatsbericht der Währungshüter dürfte sich das für dieses Jahr von der Deutschen Rentenversicherung erwartete Defizit von etwa zwei Milliarden Euro im kommenden Jahr “deutlich ausweiten”. Die Einnahmen der Rentenversicherer aus Beiträgen von Arbeitgebern, Beschäftigten und dem Bund (letztere für Kindererziehungszeiten, d. Red.) könnten wegen der Lohnzuwächse zwar “spürbar wachsen”, heißt es in dem Bericht - allerdings “dürften die Ausgaben dynamischer steigen”.
Zur Begründung ihrer ungünstigen Prognose verweist die Bundesbank auf eine erwartete deutliche Rentensteigerung zur Jahresmitte (laut Rentenversicherungsbericht etwa 3,5 Prozent, d. Red.), und eine stark steigende Zahl neuer Rentnerinnen und Rentner. Zudem würden die Kosten der zur Jahresmitte 2024 eingeführten Zuschläge für vor 2019 begonnene Erwerbsminderungsrenten die Rentenkassen 2025 mit zusätzlichen Ausgaben von etwa 1,5 Milliarden Euro belasten. Der getrübte Ausblick der Notenbank: “Nach Mitte der 2020er Jahre belastet die Demografie die Rentenfinanzen erheblich stärker”, heißt es in ihrem Monatsbericht.
Da auch in der Kranken- und Pflegeversicherung die demografisch bedingten Kosten in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich deutlich steigen, verlangt die Bundesbank von der Bundesregierung in ihrem jährlichen Rentenversicherungsbericht künftig einen Ausblick über mehr als 15 Jahre. “Für eine Abschätzung von Leistungsanpassungen wäre … eine deutlich weiter reichende Vorausschau über etwa 50 Jahre wünschenswert”, schreiben die Notenbanker unter Verweis auf die “Ageing Reports” der Europäischen Kommission. Zu diesen Anpassungen könnten ein Wegfall der abschlagsfreien Altersrente nach 45 Beitragsjahren, höhere Rentenabschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn und eine Koppelung der Regelaltersgrenze an die fernere Lebenserwartung gehören, so die Bundesbank.
