Frankfurt (sth). Die Bundesbank erwartet für das laufende Jahr eine ausgeglichene Zahlungsbilanz der gesetzlichen Rentenversicherung. Zwar würden die Einnahmen der 16 Rentenkassen deutlich steigen, heißt es im neuen Monatsbericht der Währungshüter. Sie würden aber schwächer wachsen als die Löhne und Gehälter der Beschäftigten, "weil Unternehmen sozialabgabenfreie Prämien zum Inflationsausgleich zahlen". Auf der Ausgabenseite geht die Bundesbank bis zur Jahresmitte wegen der hohen Rentenanpassung im Juli 2022 von kräftig steigenden Kosten aus, die aber danach wegen der etwas niedriger erwarteten Rentenerhöhung 2023 wieder geringer ausfallen würden. Steigen würde wiederum die Zahl der Renten, heißt es in dem Bericht.
Für das kommende Jahrzehnt erwarten die deutschen Notenbanker, dass die demografische Entwicklung die Rentenversicherung stärker unter Druck setzen werde. Zwar steige der Rentenbeitrag stark, "obwohl das Versorgungsniveau deutlich sinkt", schreiben die Währungshüter. In ihrem jüngsten Rentenversicherungsbericht gehe die Bundesregierung aber von einer günstigeren Entwicklung aus als noch im Herbst 2021. "Ausschlaggebend dafür ist, dass die Regierung nunmehr eine stärkere Migration sowie eine etwas schwächere Zunahme der Lebenserwartung unterstellt", erläutert die Bundesbank die Prognose der Bundesregierung.
Erwartungsgemäß rückläufig war zum Jahresbeginn der Umfang des Finanzpuffers der Rentenkassen. Nach den jetzt veröffentlichten Januar-Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) sank die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage von 42,7 Milliarden Euro Ende 2022 während des ersten Monats im laufenden Jahr um etwa 320 Millionen auf knapp 42,4 Milliarden Euro. Dennoch legten die Einnahmen der Rentenversicherer den Angaben zufolge gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat wegen der anhaltend guten Beschäftigungsentwicklung um mehr als 1,3 Milliarden Euro zu.
