Berlin (sth/dpa). Der CDU-Bundestagsabgeordnete Nicklas Kappe, Mitglied der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion, hat sich dafür ausgesprochen, bei der Rente zwischen verschiedenen Berufen zu unterscheiden. “Wir werden nicht darum herumkommen, zwischen verschiedenen Berufsgruppen zu differenzieren. Ich fange jetzt nicht mit dem sprichwörtlichen Dachdecker an – aber wir müssen schauen, welche Berufsgruppen aus welchen Gründen länger arbeiten können als andere”, sagte Kappe der “Welt”.
“Richtig ist, stärker auf die Jahre zu schauen, die jemand eingezahlt hat. Wer mit 18 in die Ausbildung geht und ab da im Beruf steht, sollte das angerechnet bekommen gegenüber jemandem, der erst mit 25 oder 28 einsteigt”, sagte der CDU-Politiker. Kappe sieht keine Benachteiligung von Akademikern durch den Fokus auf die Beitragsjahre. “Die meisten, die ich kenne, arbeiten spätestens ab dem Bachelorabschluss, häufig schon im Masterstudium. Dass solche Zeiten angerechnet werden, finde ich richtig.” In vielen akademischen Berufen sei es zudem möglich, länger zu arbeiten.
46 Unions-Abgeordnete stimmten mit Erklärung für Rentenpaket
Der Unmut in der Unions-Fraktion über das am vergangenen Freitag vom Bundestag beschlossene Rentenpaket der Bundesregierung war offenbar erheblich größer als bisher bekannt. Nach einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung" (SZ) (kostenpflichtig) verbanden 46 Abgeordnete von CDU und CSU ihre Stimmabgabe für die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent (für Durchschnittsverdiener nach 45 Arbeitsjahren, d. Red.) und für die Mütterrente III mit einer schriftlichen Erklärung, in der sie ihre Bedenken gegen die Reform zu Papier brachten. Union und SPD haben derzeit nur eine Mehrheit von 12 Stimmen im Bundestag.
Dem Bericht zufolge gab etwa der ostdeutsche Abgeordnete Philipp Amthor zu Protokoll, er halte den - auch von ihm mit beschlossenen - Gesetzentwurf “für durchaus kritikwürdig”. So habe der Entwurf mehrere erhebliche Risiken zur Folge, zum Beispiel für die künftige Handlungsfähigkeit des Bundes oder für die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts, so Amthor. Mehrere Unions-Parlamentarier stellten laut SZ zudem für sich fest, dass sie trotz ihrer Ja-Stimme den Gesetzentwurf in der Sache “für verfehlt” halten.
