Ihre-Vorsorge Logo

DGB: Topverdiener sollen Renten stärker mitfinanzieren

Bundesvorstandsmitglied Anja Piel will „über ein gerechteres Steuerkonzept diskutieren, mit einer Erbschaftsteuer und einer Vermögensteuer“.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Das Bild zeigt Anja Piel, DGB-Vorstandsmitglied und Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung

© Nicht definiert

Osnabrück (ots). In der Diskussion um die langfristige Stabilisierung der Rentenfinanzen fordert der DGB, Topverdiener und Vermögende stärker zur Kasse zu bitten. DGB-Vorstand Anja Piel sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Jetzt muss die gesellschaftliche Debatte über die Verteilung des Wohlstands zwischen Alt und Jung, zwischen Ärmeren und Reichen, weitergehen.“ Sie verwies dabei auf die Bundestagswahl im Herbst und die Reformvorschläge, die die Rentenkommission vor genau einem Jahr präsentiert hat.

Piel betonte, Rentenpolitik sei keine mathematische Aufgabe, die sich mit bloßem Herumschrauben an Variablen wie Renteneintrittsalter, privater Vorsorge und Beitragssatz lösen lasse. „Wir müssen stattdessen über ein gerechteres Steuerkonzept diskutieren, mit einer Erbschaftsteuer und einer Vermögensteuer.“ Top-Verdienende und Vermögende können und müssen nach den Worten der Gewerkschafterin mehr zum Gemeinwesen beitragen – „auch zu einem umfassenden solidarischen Konzept für die Zukunft der Rente“. Es brauche einen „intelligenten Mix aus Steuern und Beiträgen“, sagte sie.

„Rentenniveau von 48 Prozent muss die unterste Grenze bleiben“

Piel warnte zugleich: „Es darf keine weiteren Rentensenkungen geben, ein Rentenniveau von 48 Prozent muss die unterste Grenze bleiben. Sonst heißt es gerade für die Jüngeren: Mehr einzahlen, weniger rausbekommen und dann auch noch die Kosten für die private Vorsorge alleine tragen – das ist einfach ungerecht.“ Die Rentenkommission hatte vor genau einem Jahr für einen Zielkorridor plädiert, nach dem das Rentenniveau zwischen 44 und 49 Prozent liegen soll. Bis zum Jahr 2025 gilt eine Haltelinie von 48 Prozent. Für den Beitragssatz hatte das Gremium eine Spanne von 20 bis 24 Prozent ins Gespräch gebracht. Aktuell beträgt der Beitrag 18,6 Prozent.

Die Gewerkschafterin wandte sich zudem dagegen, die Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung zu koppeln. Sie sagte: „Wer schwer arbeitet und wenig verdient, gelangt immer seltener überhaupt an das rettende Ufer Rente, ohne vorher zu erkranken oder den Job zu verlieren.“ Konservative und Liberale sollten „die olle Kamelle einer höheren Regelaltersgrenze“ im Wahlkampf nicht wieder aus der Kiste kramen, so Piel weiter.


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Bei der CDU findet man, dass es der Koalitionspartner beim eingeschlagenen Reformweg nicht eilig genug hat. Gerade der Rentenentwurf müsse nun schnell kommen, fordert CDU-Generalsekretärin Hoppermann.

Time
3 Minuten

Union und SPD streiten um Details bei der geplanten Rentenreform. Auch die Präsidentin des Sozialverbands und die Chefin der Rentenkommission beteiligen sich an der Debatte.

Time
1 Minuten

Bei einer Reha müssen Patientinnen und Patienten 10 Euro am Tag selbst tragen. Doch es gibt Ausnahmen und Grenzen.

Time
3 Minuten

Die Bundesregierung verteidigt die Anbindung der Rente an die Löhne im Vergleich zu Anpassungen auf Basis einer Preisindexierung.

Time
2 Minuten

Das rentenupdate der Deutschen Rentenversicherung Bund liefert Zahlen, Daten und Fakten zu aktuellen Themen rund um die Rente.

Time
3 Minuten

Krempelt die Koalition die Rente wie angekündigt um – trotz aller Widerstände auch in den Reihen von CDU und SPD? Schwarz und Rot bemühen sich, die Reihen zu schließen.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026