Berlin (sth). Fast die Hälfte aller Rentnerinnen und Rentner, die 2022 in den Ruhestand getreten sind, bekamen ihre erste Altersrente mit 63 oder 64 Jahren überwiesen. Das waren 0,5 Prozentpunkte weniger als bei den Neurentnerinnen und -rentnern des Jahres 2021, aber etwa 19 Prozentpunkte mehr als unter den Ruheständlern des Jahres 2013. Das geht aus aktuellen statistischen Analysen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor, die in einem Flyer zur Entwicklung der Altersrenten gebündelt sind. Etwa 43 Prozent der 2022 in die Rente gewechselten Beschäftigten erhielten demnach ihre ersten Altersbezüge mit 65 Jahren, 4,5 Prozent erst nach dem 65. Lebensjahr. Nur noch knapp drei Prozent gingen - zum Beispiel wegen Schwerbehinderung - vor dem 63. Lebensjahr in Rente.
Die neuen Daten bestätigen einen seit Langem erkennbaren Trend, der vor allem auf die zunehmende Erwerbstätigkeit von Frauen, aber auch lange Erwerbszeiten von Zuwanderern und -wanderinnen zurückzuführen sein dürfte. Beschäftigte mit mindestens 35 Versicherungsjahren, darunter auch Zeiten der Schul- und Hochschulausbildung sowie der Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, können mit Abschlägen ab einem Alter von 63 Jahren in Rente gehen, Arbeitnehmer des Geburtsjahrgangs 1960 nach 45 Beitragsjahren mit 64 Jahren und vier Monaten.
Mehr langjährig versicherte Rentner, weniger Bezieher von Regelaltersrente
Die Entwicklung zu längeren Lebensarbeitszeiten schlägt sich auch in Veränderungen bei der Art der Altersrente nieder, über die Neurentnerinnen und -rentner in den Ruhestand treten. So gingen im Jahr 2000 noch 22,5 Prozent der erwerbstätigen Frauen und Männer in die "Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit" und 26,8 Prozent in die "Altersrente für Frauen" (beide Altersrenten sind für die Geburtsjahrgänge nach 1951 nicht mehr zugänglich, d. Red.). Im Jahr 2022 erhielten dagegen fast 52 Prozent der Neu-Ruheständler eine "Altersrente für langjährig Versicherte" oder eine "Altersrente für besonders langjährig Versicherte".
Der immer spätere Renteneintritt macht sich auch im Durchschnittsalter bemerkbar, in dem die Beschäftigten in Rente gehen. Lag das Renteneintrittsalter 1996 wegen des damals noch für viele Frauen und Männer möglichen frühzeitigen Rentenbeginns im Schnitt bei 62,3 Jahren, betrug es im vorvergangenen Jahr 64,4 Jahre. Beleg für diesen Trend: Schieden im Jahr 1996 noch die Hälfte (49,9 Prozent) aller berufstätigen Frauen und Männer mit 60 Jahren aus dem Berufsleben aus, waren es 2022 nur noch 0,1 Prozent der neuen Altersrentenbezieher, so die Rentenversicherungs-Statistiker.
