Nürnberg/Frankfurt (sth). Immer mehr Beschäftigte ab dem 60. Lebensjahr nähern sich dem Rentenalter. Nach jüngsten Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) standen im Dezember 2021 rund 3,04 Millionen Frauen und Männer zwischen 60 Jahren und der persönlichen Regelaltersgrenze noch in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Das waren etwa 200.000 oder sieben Prozent mehr Arbeitnehmer in dieser Altersgruppe als ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Dezember 2016 – also im Fünfjahresvergleich – zählte die BA Ende vergangenen Jahres fast eine Million oder knapp 47 Prozent mehr Beschäftigte über 60 Jahren.
Weiter aufwärts geht laut BA auch die Zahl der Beschäftigten, die nach der Regelaltersgrenze weiterhin Rentenbeiträge zahlen. Sie lag Ende vergangenen Jahres bei knapp 300.000 und damit um 84.000 oder 39 Prozent höher als im Dezember 2016. Für die Altersgruppe der 55- bis 60-Jährigen registrierte die BA im gleichen Zeitraum einen Anstieg der Beschäftigtenzahl um mehr als 760.000 auf rund 4,45 Millionen – ein Plus von knapp 21 Prozent. Die Zahlen legen nahe, dass ein noch immer wachsender Anteil der Arbeitnehmer in Deutschland bis zum Renteneintritt im Berufsleben bleibt.
Dieser Eindruck wird bestätigt durch Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV). Demnach waren 375.000 der insgesamt 829.000 Frauen und Männer, die 2020 erstmals eine gesetzliche Altersrente bezogen, Ende 2019 noch versicherungspflichtig beschäftigt. Das entspricht einem Anteil von 45,2 Prozent. Damit stieg die Zahl der Arbeitnehmenden, die bis zum Rentenbeginn arbeiteten, gegenüber 2010 um rund 236.000 oder das 2,7-fache. Damals standen erst 20,6 Prozent der Beschäftigten bis zum Eintritt in den Ruhestand noch in einem Arbeitsverhältnis. Von dem Aufwärtstrend profitierten den DRV-Zahlen zufolge Frauen und Männer nahezu gleichermaßen.
