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Drei Viertel aller Rentenzahlungen ins Ausland fließen nach Europa

1,3 Millionen der insgesamt 1,7 Millionen im Jahr 2022 gezahlten Auslandsrenten wurden auf Konten in einem EU- oder EFTA-Staat oder nach Großbritannien überwiesen.

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Deutscher Reisepass auf Weltkarte liegend. Bild: IMAGO / agefotostock / johanness86

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Das Bild zeigt die Außenseite eines deutschen Reisepasses auf einer Weltkarte.

Berlin/Frankfurt am Main (sth). Kurz vor den Europawahlen am kommenden Sonntag hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) die Vorzüge eines “Europa ohne Grenzen” für Beschäftigte und Rentner aus dem In- und Ausland betont. Mehr als 1,3 Millionen - oder gut drei Viertel - der monatlich rund 1,7 Millionen ins Ausland überwiesenen Renten würden in einen der 31 Staaten fließen, mit denen Deutschland über ein europäisches Assoziierungsabkommen verbunden sei, erklärte Florian Boecker, Leiter des DRV-Dezernats “Systemfragen der Alterssicherung und Fragen der Auslandsberührung”, jetzt vor Journalisten in Berlin. Dazu gehören nach Angaben Boeckers die 26 anderen Staaten der Europäischen Union (EU), die vier Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA - Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz) sowie Großbritannien. 

Von den im Jahr 2022 regelmäßig ins Ausland gezahlten 3,25 Millionen DRV-Renten beruhten Boecker zufolge etwa 2,65 Millionen auf einem der Assoziierungsabkommen. Das entsprach einem Anteil von fast 82 Prozent. Im Vergleich mit den insgesamt fast 25,9 Millionen Renten, die monatlich von der DRV überwiesen werden, sei der Anteil der nach Europarecht oder dem Handelsabkommen mit Großbritannien ausgezahlten Renten mit 10,3 Prozent zwar relativ gering, sagte der Rentenexperte. Insgesamt basiere jedoch jede achte gezahlte Rente (12,5 Prozent) auf dem Europarecht oder einem der rund 20 zweiseitigen Sozialversicherungsabkommen, die Deutschland bisher mit wichtigen Handelspartnern geschlossen hat.  

Die meisten Renten flossen 2022 nach Italien und Spanien 

Die meisten Adressaten der 2022 ins Ausland gezahlten Renten wohnten DRV-Analysen zufolge in Italien (rund 361.000), in Spanien (205.000), in Österreich (125.000), Frankreich (103.000) und Griechenland (94.000). Bemerkenswert: Die nach Frankreich, Griechenland und Österreich gezahlten Renten waren mit durchschnittlich etwa 430 bis 460 Euro deutlich höher als Renten mit Ziel Italien (etwa 260 Euro). Das deutet darauf hin, dass die Einkommen der Menschen, die heute in den erstgenannten Ländern wohnen, im Schnitt deutlich höher waren oder sie hierzulande länger versicherungspflichtig gearbeitet haben als Italienerinnen und Italiener.

Etwa 7,85 Millionen Frauen und Männer mit ausländischem Pass (sowie mehr als 230.000 Staatenlose, d. Red.) hätten zudem im vorvergangenen Jahr als “aktiv Versicherte” in Deutschland gearbeitet und Beiträge an die DRV gezahlt, erklärte Boecker. Insgesamt waren das fast 8,1 Millionen rentenversicherte Nicht-Deutsche. Mit einem Anteil von etwa 20 Prozent an allen “aktiv Versicherten” (im Jahr 2022 waren das knapp 40 Millionen, d. Red.) trugen Ausländerinnen und Ausländer damit in erheblichem Maße zur Stabilität der gesetzlichen Rentenversicherung bei. Die Zahl ausländischer Beschäftigter und rentenversicherter Selbstständiger stieg der DRV-Statistik zufolge innerhalb der vergangenen zehn Jahre um mehr als das Doppelte.    

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