Bayreuth (sth). Fast 367.000 Beratungen hat die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Nordbayern im vergangenen Jahr für ihre Versicherten, Rentnerinnen und Rentner erbracht. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Geschäftsbericht des fränkischen Regional-Rentenversicherungsträgers für 2022 hervor. Dazu gehörten unter anderem rund
- 254.000 telefonische Beratungen
- 29.000 schriftliche Beratungen
- 28.000 Aufnahmen von Rentenanträgen und
- 56.000 persönliche Beratungen in den Auskunfts- und Beratungsstellen und bei Sprechtagen.
„Trotz anhaltender Corona-Pandemie konnte auch im Jahr 2022 ein umfangreicher Service für unsere Kunden sichergestellt werden“, kommentiert der in Bayreuth und Würzburg ansässige Rentenversicherungsträger die neuen Zahlen. „Bei nachlassendem Infektionsgeschehen konnten die Einschränkungen in der Präsenzberatung in unseren 8 Auskunfts- und Beratungsstellen sowie an unseren Sprechtagsorten zunehmend gelockert werden, so dass der Anteil an persönlichen Beratungen vor Ort wieder zunahm.“ Wie im Vorjahr seien Telefongespräche die Hauptberatungsform gewesen. Die neu eingeführte Videoberatung sei von den Kunden “gut angenommen” worden, so die DRV Nordbayern.
Über 300.000 Euro für die Künstlersozialkasse nachgefordert
Im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtung überprüfte die DRV Nordbayern auch die Verwerter künstlerischer Leistungen - zum Beispiel Verlage, künstlerische Agenturen, Theater, Orchester, Tourneeveranstalter und Medien -, ob sie vollständig die Künstlersozialabgabe an die Künstlersozialkasse (KSK) abgeführt haben. Bei mehr als 13.700 Prüfungen stellten die Beschäftigten des Prüfdienstes im vergangenen Jahr fest, dass den mehr als 190.000 selbstständigen Künstlerinnen und Publizisten in der KSK weitere 308.000 Euro zustanden. Auf der anderen Seite wurden den geprüften Betrieben etwa 72.000 Euro nachträglich gutgeschrieben.
Der Geschäftsbericht hebt auch die - nicht überall bekannte - grenzüberschreitende Arbeit des fränkischen Rentenversicherers für Versicherte und Rentenbeziehende aus der Türkei, Brasilien, Portugal, Rumänien und Moldau hervor. Für Beitragszahler aus diesen Staaten ist die DRV Nordbayern die sogenannte Verbindungsstelle. In dieser Funktion hat der Rentenversicherer nach eigenen Angaben monatlich mehr als 196.000 Renten ausgezahlt, darunter
- mehr als 148.000 an Menschen aus der Türkei (in deren Heimatland oder an ihren deutschen Wohnort)
- rund 32.000 an Portugiesen
- etwa 15.000 an Rumänen
- etwa 1200 an Brasilianer
- rund 500 an Versicherte aus Moldau.
Sollte der vor wenigen Wochen gestartete Versuch von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erfolgreich sein, Pflegekräfte aus Brasilien künftig verstärkt für die Krankenhäuser und Pflegeheime in Deutschland zu gewinnen, könnte die Bedeutung der Verbindungsstelle der DRV Nordbayern zu dem südamerikanischen Land noch erheblich wachsen.
