Ihre-Vorsorge Logo

DRV-Personal warnt vor Grundrentenstart 2021

Nach Einschätzung der Personalvertretung der Rentenversicherung ist der Terminplan für die Einführung der Grundrente nicht zu halten.

Artikel vorlesen

Tags

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Logo der Deutschen Rentenversicherung. – Bild: Deutsche Rentenversicherung Bund © Armin Okula

© Nicht definiert

Berlin (dpa/sth). Wird es doch nichts mit der Einführung der Grundrente im nächsten Jahr? Auch nachdem sie vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht ist, reißt die Diskussion über das Vorhaben nicht ab. Nach Einschätzung der Personalvertretung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) ist die geplante Einführung der Grundrente für Geringverdiener zum 1. Januar 2021 kaum zu schaffen. Auch der CDU-Wirtschaftsrat meldete am Freitag Zweifel an.

"Mehrere tausend neue Stellen sind erforderlich, deren Besetzung den Kauf oder das Anmieten von neuen Büroräumen - überwiegend in Ballungsgebieten - zur Folge haben kann. Zusätzlich muss die technische Infrastruktur geschaffen werden", heißt es laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" (FAZ) in einem Brief der Arbeitsgruppe Personalvertretung der Deutschen Rentenversicherung an Sozialminister Hubertus Heil (SPD). Das sei nicht in wenigen Monaten umsetzbar. In dem Schreiben, das auch an die Fraktionschefs von Union und SPD gegangen sei, heiße es weiter: "Wir bitten daher dringend um eine verwaltungspraktikable Ausgestaltung der geplanten Grundrente."

CDU-Wirtschaftsrat rät zur Zurückweisung des Gesetzentwurfs

Auch der Wirtschaftsrat der CDU rechnet nicht mit der Einführung der Grundrente schon im nächsten Jahr. Die Warnung der Personalvertretung der Rentenversicherung sei "ein sehr außergewöhnlicher Vorgang. Damit sollte jedem klar sein, dass die Umsetzung der Grundrente in ihrer jetzigen Form bis 2021 nicht zu schaffen ist", sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger am Freitag. "Die Unionsfraktion im Bundestag müsste diesen unausgegorenen Gesetzesentwurf der SPD geschlossen zurückweisen."

Das zuständige Bundesarbeitsministerium teilte am Freitag in Berlin mit, man sei sich bewusst, dass die Administrierung der Grundrente eine große Kraftanstrengung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rentenversicherungsträger bedeute. Der Zeitplan bis zum Inkrafttreten am 1. Januar 2021 sei in der Tat sehr ambitioniert. Um die Einführung zu diesem Datum dennoch möglich zu machen, habe das Ministerium "schon frühzeitig direkt nach der Verständigung (zur Grundrente) im Koalitionsbeschluss im vergangenen November einen regelmäßigen Austausch über die Umsetzung der Einkommensanrechnung mit allen Beteiligten initiiert". Man werde auch weiterhin in einem engen Kontakt und kontinuierlichen Austausch mit der Deutschen Rentenversicherung stehen, um die verwaltungspraktikable Umsetzung der Grundrente zu begleiten und sicherzustellen.

Linke: Union Schuld an "monströsem bürokratischen Aufwand"

Der rentenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, Matthias W. Birkwald, gab CDU und CSU die Schuld daran, dass die Grundrente nun mit einem "monströsen bürokratischen Aufwand" verbunden sei. Nach Ansicht Birkwalds hätte der ursprünglich von Arbeitsminister Heil geplante Gesetzentwurf ohne Einkommensprüfung beschlossen werden sollen. "Dann hätten gut drei Millionen Menschen etwas von der sogenannten 'Grundrente' und nicht nur 1,1 bis 1,3 Millionen. Und vor allem: Sie könnte problemlos am 1.1.2021 eingeführt werden", sagte Birkwald.

Heil hatte seine Pläne im Mai 2019 vorgelegt. Der Union gingen diese zu weit. Über Monate stritten und verhandelten die Koalitionspartner vor allem über die sogenannte Bedürftigkeitsprüfung. Dabei geht es darum, zu berechnen, ob ein potenzieller Grundrentenbezieher den Rentenaufschlag auch wirklich braucht. Geplant ist nun, dass dabei zwar nicht das Vermögen, aber das mögliche Einkommen neben der Rente überprüft wird. Am Mittwoch hatte das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zur Grundrente beschlossen. 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen sollen davon ab nächstem Jahr profitieren. Voraussetzung ist, dass mindestens 33 Jahre Beiträge für Beschäftigung, Erziehung oder Pflege geleistet wurden. Im Startjahr 2021 soll die Grundrente die Steuerzahler 1,3 Milliarden Euro kosten.

Mehr zum Thema:

www.bmas.de

Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Grundrente (pdf)

Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Krempelt die Koalition die Rente wie angekündigt um – trotz aller Widerstände auch in den Reihen von CDU und SPD? Schwarz und Rot bemühen sich, die Reihen zu schließen.

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Onlinevorträge zu unterschiedlichen Themen an – auch zur Frage, welche Leistungen Hinterbliebene erhalten können.

Time
2 Minuten

Ab Januar 2027 gilt das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es wird auch als Krankenkassen-Reform bezeichnet. Was sich für Menschen ändert, die arbeiten und Altersrente in Teilrente beziehen.

Time
2 Minuten

Das Ende der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren ist ein Zankapfel der geplanten Rentenreform. Thorsten Frei wendet sich gegen SPD-Vorstellungen, wie lang die Übergangsfrist sein soll.

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026