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Experten fordern höhere Honorare für Kunstschaffende

Einigkeit im Bundestags-Kulturausschuss: Die soziale Lage von Musikern, Schriftstellern & Co. ist nicht erst seit der Pandemie prekär.

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Großer Chor probt in einer Halle. Bild: IMAGO / epd / Stefan Arend

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Berlin (hib/sth). Vertreter der Kulturbranche und der Gewerkschaften fordern höhere Honorare und Gehälter für Künstler, ein übersichtlicheres Sozialsystem und Reformen beim Urheberrecht. Dies zeigte sich am Mittwoch während eines Fachgesprächs des Bundestags-Kulturausschusses zur sozialen Lage von Künstlerinnen und Künstlern. Das Brot des Künstlers sei nicht der Applaus, sondern das Brot, lautete das Votum der geladenen Sachverständigen.

Lisa Basten von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat wiesen darauf hin, dass die soziale Lage von Künstlern in Deutschland nicht erst seit der Corona-Pandemie höchst prekär sei. Die Kultur sei auch außerhalb der Krise in der Krise, sagte Zimmermann. „Die Probleme sind seit Jahrzehnten bekannt“, sagte Basten. Die gezahlten Gehälter und Honorare seien deutlich zu niedrig und die soziale Absicherung unzureichend.

Zimmermann bezifferte das aktuelle jährliche Durchschnittseinkommen von in der Künstlersozialkasse versicherten freischaffenden Künstlern im Musikbereich auf 14.000 Euro und im Wortbereich auf 23.000 Euro. Dieser Einschätzung schloss sich auch Cilgia Gadola vom Bundesverband Freie Darstellende Künste an. Vor allem freischaffende Künstler würden Bereich der „Selbstausbeutung“ arbeiten.

Plädoyer für angemessene Mindesthonorare

Basten, Zimmermann und Gadola sprachen sich vehement für angemessene Mindesthonorare aus, wenn Künstler von der öffentlichen Hand beauftragt werden. Bei Honoraren müssten alle Phasen des künstlerischen Schaffens berücksichtigt werden und nicht nur das, was der Zuschauer sieht. Solche Mindesthonorare müssten für alle Ebenen der öffentlichen Hand gelten, für Bund, Länder und Kommunen, forderte Basten. Um dies zu finanzieren, müssten allerdings auch die Kulturetats der öffentlichen Hand erhöht werden, führte Zimmermann aus. Wenn höhere Honorare und Gehälter dazu führten, dass Projekte nicht mehr finanzierbar seien, sei dies zwar „zutiefst bedauerlich“, aber es müsse zu einem Umschwung bei der Bezahlung kommen.

Schauspieler Heinrich Schafmeister vom Bundesverband Schauspiel mahnte Vereinfachungen beim Sozialsystem an. Die Schauspieler in Deutschland bewegten sich aufgrund höchst unterschiedlicher Beschäftigungsverhältnisse in einem undurchsichtigen „Sozialversicherungsdschungel“. Von den etwa 16.000 Schauspielern in Deutschland sei allenfalls „eine Hand voll“ fest und unbefristet angestellt, etwa 2.000 in Ensembles befristet über ein Jahr angestellt, der Großteil hingegen jedoch befinde sich in befristeten Engagements von deutlich unter einem Jahr. Hinzu kämen berufsmäßig unständig Beschäftigte, nicht berufsmäßig unständig Beschäftigte, Mini- und Midi-Jobber sowie Scheinselbstständige. Für all diese Beschäftigungsverhältnisse würden höchst unterschiedliche Regelungen gelten.

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