Berlin (hib/sth). Der mit Abstand größte Etat im Bundeshaushalt 2024 ist der von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD). 175,67 Milliarden Euro sollen dem von Heil geleiteten Ministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im laufenden Jahr zur Verfügung stehen. Das sind vier Milliarden Euro mehr als von der Regierung in ihrem Haushaltsentwurf für 2024 (20/7800) geplant.
So wurde der Beitrag für das Bürgergeld auf 26,5 Milliarden Euro erhöht. Noch im Herbst war gleichwohl eine Erhöhung des Regierungsansatzes auf 27,7 Milliarden Euro (+ 3,4 Milliarden Euro) geplant. Die jetzt vorgenommenen Kürzungen werden mit „Verbesserungen beim Job-Turbo zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten“ begründet, die zu geringeren Ausgaben in Höhe von 500 Millionen Euro in 2024 führen sollen. Durch stärkere Sanktionen für „Totalverweigerer“ werden zudem Minderausgaben in Höhe von 150 Millionen Euro erwartet.
Gekürzt wird auch bei den Leistungen zur Eingliederung in Arbeit - um 50 Millionen Euro auf 4,15 Milliarden Euro. Dies soll durch die Streichung des Bürgergeldbonus gelingen. Bisher erhielten erwerbsfähige Leistungsberechtigte einen Bonus in Höhe von 75 Euro für jeden Monat der Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. Beschlossen wurde bei den Beratungen auch, den zusätzlicher Zuschuss des Bundes an die allgemeine Rentenversicherung um 245 Millionen Euro auf 30,83 Milliarden Euro abzusenken.
Erhöht werden auch die Erstattungen des Bundes für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung. Sie steigen um 1,4 Milliarden Euro auf 10,9 Milliarden Euro. Geringer fällt der Zuschuss des Bundes an die allgemeine Rentenversicherung im Beitrittsgebiet aus. Die Absenkung um 61,31 Millionen Euro auf 12,02 Milliarden Euro erfolgt den Angaben zufolge aufgrund der Rentenschätzung vom Oktober 2023.
- Rentenatlas 2023: Einnahmen 2022 der Deutschen Rentenversicherung
- Bundesregierung (Mitteilung vom 19.12.2023): “Der Bundeszuschuss an die Gesetzliche Rentenversicherung wird um 600 Millionen Euro reduziert. Im Rahmen des Rentenpakets II, das im ersten Quartal 2024 beschlossen werden soll, wird ein Rentenniveau von 48 Prozent bis zum Jahre 2039 garantiert und das Generationenkapital zur Dämpfung von Beitragssatzsteigerungen eingeführt.”
