Ihre-Vorsorge Logo

IAQ: Arbeitslosigkeit vor der Rente verhindern

Arbeitsmarktforscher der Universität Duisburg-Essen fordern gezielte Förderung älterer Arbeitnehmer, die den Job verlieren.

Artikel vorlesen

Tags

Autor / Quelle

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Älterer Handwerker arbeitet in Metall-Werkstatt an Maschine. Bild: IMAGO / agefotostock / photography33

© Nicht definiert

Duisburg/Essen (iaq/sth). Immer mehr ältere Arbeitnehmer stehen noch in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Laut den jüngsten vorliegenden Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) gingen im September 2018 fast 2,67 Millionen Beschäftigte im Alter von über 60 Jahren einer regulären Arbeit nach – und steigerten damit ihren Rentenanspruch. Dennoch habe sich trotz der langjährig guten Konjunktur die Zahl der Arbeitslosen zwischen 60 und 65 Jahren von 2009 bis 2018 von etwa 90.000 auf fast 220.000 "mehr als verdoppelt", heißt es in dem am Donnerstag vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen veröffentlichten neuen Altersübergangsreport.

Der Anteil Älterer unter den Langzeitarbeitslosen liege inzwischen bei "über 40 Prozent", schreiben die Ruhrgebietsforscher – "und die Wahrscheinlichkeit, arbeitslos zu bleiben, ist ab dem 50. Lebensjahr besonders hoch". Vor allem lange Arbeitslosenzeiten im letzten Drittel des Erwerbslebens entwerteten die bisherige Karriere und "mindern die Ansprüche in der gesetzlichen Alterssicherung", stellen die IAQ-Forscher Arthur Kaboth und Martin Brussig in ihrer Studie fest. Die Statistik wie auch gesetzliche Regelungen verdeckten das "wahre Ausmaß des Problems", kritisieren die Wissenschaftler.

140.000 ältere Langzeitarbeitslose gelten als nicht arbeitslos

Seit 2015 würden allein durch eine Sonderregelung für Ältere jährlich ca. 140.000 Hartz IV-Bezieher im Alter von 60 bis 64 Jahren "nicht als arbeitslos" gelten, heißt es in der Studie weiter. Sie bekämen damit aber von der Arbeitsvermittlung auch keine Jobs mehr angeboten. "Zu vermuten ist, dass der faktische Ausschluss aus der Arbeitsförderung zu Resignation und fehlender Erwerbsperspektive beiträgt", so die IAQ-Forscher. Nach ihrer Einschätzung müsste hier "zielgerichtet in eine Arbeitsvermittlung investiert werden, beispielweise durch zusätzliche Ressourcen in der Beratung Älterer".

Angesichts des hohen Risikos, ohne Job zu bleiben, sei es aber noch wichtiger, Arbeitslosigkeit bei Älteren zu vermeiden, fordern die Wissenschaftler. Einen solchen präventiven Ansatz gebe es seit 2006 unter anderem mit dem Programm zur Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen (WeGebAU). Das Angebot sei allerdings bei Kleinbetrieben bisher "nicht sonderlich bekannt und sollte weiter ausgebaut werden", raten Kaboth und Brussig.

Mehr zum Thema:

www.iaq.uni-due.de

Altersübergangsreport 1/2020 des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen

Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Die Koalition steht vor wegweisenden Wochen. Werden Reformvorhaben unter Dach und Fach gebracht?

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Online-Vorträge zu verschiedensten Themen an. Eine Übersicht über das Angebot im Oktober.

Time
1 Minuten

46 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fordern die Bundesregierung auf, die Rentenreform nicht zu verwässern. Was empfehlen sie?

Time
1 Minuten

Um die Vorschläge der Rentenkommission gibt es eine anhaltende politische Debatte. Was davon wird umgesetzt? Der Vizekanzler setzt sich für eine Maßnahme besonders ein.

Time
2 Minuten

Die Digitale Rentenübersicht kann ein wichtiger Baustein für mehr Transparenz bei der Altersvorsorge sein. So funktioniert sie.

Time
2 Minuten

Bei der CDU findet man, dass es der Koalitionspartner beim eingeschlagenen Reformweg nicht eilig genug hat. Gerade der Rentenentwurf müsse nun schnell kommen, fordert CDU-Generalsekretärin Hoppermann.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026