Ihre-Vorsorge Logo

Immer mehr Beschäftigte aus Indien erwerben in Deutschland Rentenansprüche

In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der hierzulande versicherungspflichtig Beschäftigten vom asiatischen Subkontinent um mehr als das Sechsfache.

Artikel vorlesen

Autor / Quelle

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Flugzeug im Landeanflug bei Sonnenuntergang. Bild: IMAGO / blickwinkel / McPHOTO/M.Gann

© Nicht definiert

Berlin/Frankfurt am Main (sth). Indien ist nicht nur für Urlauberinnen und Politiker eine Reise wert. Auch mit Blick auf den künftigen Arbeitskräftebedarf in Deutschland ist der asiatische Subkontinent zunehmend attraktiv. Das machten in der vergangenen Woche unter anderem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) bei den 7. Deutsch-Indischen Regierungs­konsultationen in Neu-Delhi deutlich. 

Vor allem Heil hatte in den Tagen vor seiner Abreise aus Deutschland erklärt, wie wichtig ihm die Fachkräfteanwerbung in Indien sei. Zur Begründung verwies er auf den indischen Arbeitsmarkt, der aufgrund seiner jungen, wachsenden Bevölkerung “unter großem Druck” stehe. Bis 2030 werden nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) schätzungsweise 84 Millionen Arbeitskräfte in Indien neu um einen Arbeitsplatz kämpfen. Die Möglichkeit, im Ausland zu arbeiten, biete qualifizierten Inderinnen und Indern deshalb “neue Perspektiven”, so das BMAS. Dies werde auch von der indischen Regierung so gesehen. Bereits seit 2023 gebe es deshalb ein Migrations- und Mobilitätsabkommen zwischen Deutschland und Indien, teilte das BMAS jetzt mit.

Deutschland schon heute für Menschen aus Indien attraktiv

Doch schon in den vergangenen Jahren hat Deutschland für Arbeitskräfte aus Indien offenbar zunehmend an Attraktivität gewonnen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) kletterte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aus dem 1,4 Milliarden-Einwohner-Staat zwischen 2013 und 2023 um mehr als das Sechsfache - von knapp 19.000 auf über 123.000. Tendenz: weiter steigend. Rund zwei Drittel der derzeitigen indischen Arbeitskräfte hierzulande sind den BA-Daten zufolge Männer, knapp ein Drittel Frauen. 

Ihre Arbeit in deutschen Unternehmen wirkt sich auch auf die Rentenansprüche der indischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer positiv aus. Nach mindestens fünf Beitragsjahren in Deutschland - durch Erwerbstätigkeit, aber zum Beispiel auch aufgrund von Kindererziehungszeiten - könnten sie damit ab der Regelaltersgrenze auch in Deutschland einen Rentenantrag stellen. Zudem sorgt ein deutsch-indisches Sozialversicherungsabkommen (SVA) dafür, dass die möglicherweise bereits in Indien zurückgelegten Erwerbszeiten mit den Zeiten in Deutschland addiert werden. Aber auch bei einer späteren Heimkehr nach Indien gehen die Arbeitszeiten aus Deutschland aufgrund des SVA für die Rente der Betroffenen nicht verloren. 

Ende des Jahres 2022 waren nach jüngsten verfügbaren Daten mehr als 125.000 Menschen aus Indien bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) “aktiv versichert” registriert, das heißt sie haben im vorvergangenen Jahr in Deutschland für die Rente bedeutsame Zeiten zurückgelegt. Das waren etwa zweieinhalb mal so viele wie 2017 (knapp 50.000) und über fünfmal so viele wie zehn Jahre zuvor (24.000).  

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Time
2 Minuten

Gesellschaftsforscher haben sich eine wichtige Zahl zur Rente genauer angeschaut: die statistische Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren. Wie nah liegt sie an der Wirklichkeit?

Time
6 Minuten

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt mehren sich Stimmen in der Regierungskoalition, die viele Reformpakete wieder aufschnüren wollen. Im Zentrum der Kritik: die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Time
2 Minuten

Der erstmalige Bezug von Altersrente lag 2025 laut Jahresbericht der deutschen Rentenversicherung bei durchschnittlich 64,7 Jahren.

Time
1 Minuten

Angst vor Lücken in der Rentenbiografie durch lange Krankheit oder private Krankenversicherung? Das lässt sich vermeiden.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026