Berlin (ddn/sth). Mehr als die Hälfte der Beschäftigten – nämlich 54,2 Prozent – wollen mit 62 Jahren oder noch früher aus dem Berufsleben ausscheiden. Dagegen wollen nur 10,7 Prozent bis 67 oder länger arbeiten. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstituts Civey im Auftrag des Demographie Netzwerks (ddn) hervor. Das ddn ist nach eigenen Angaben „ein gemeinnütziges Netzwerk von Unternehmen und Institutionen, die den demographischen Wandel als Chance begreifen und aktiv gestalten wollen”. Es wurde 2006 auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und im Kontext der Initiative neue Qualität der Arbeit (INQA) gegründet.
Den ddn-Angaben zufolge bestätigt die Umfrage die Ergebnisse einer gleichlautenden Befragung aus dem Vorjahr. Demnach hätten 2021 53 Prozent mit 62 Jahren oder früher in Rente gehen wollen, 13,4 Prozent seien bereit gewesen, bis 67 oder länger zu arbeiten. „Eine deutliche Verschiebung der Perspektive gab es dabei in der Altersgruppe 30 bis 39 Jahre”, hebt das ddn hervor. „Wollten 2021 noch 62,3 Prozent bis zum 62. Lebensjahr in Rente gehen, waren es in diesem Jahr 73,5 Prozent”. Die Studienmacher sehen hierin einen Hinweis auf eine mögliche Mehrfachbelastung dieser Altersgruppe in der Corona-Pandemie.
Auch unsichere Aussichten verändern Wunsch nach früher Rente nicht
Auch unsichere wirtschaftliche Aussichten „scheinen den Wunsch nach einem frühen Ruhestand nicht aufzuhalten”, heißt es in einer Mitteilung des ddn. Auf die Frage nach der persönlichen finanziellen Absicherung im Ruhestand gaben demnach 19,7 Prozent an, diese sei „sehr schlecht” und weitere 25,4 Prozent „eher schlecht”. Insgesamt hätten sich also 45,1 Prozent der Beschäftigten unzureichend abgesichert gefühlt”, so das ddn.
Ein knappes Viertel (23,1 Prozent) sei bei dieser Frage unentschieden gewesen, ein gutes Viertel (25,7 Prozent) erwarte eine finanzielle Absicherung, die „eher” gut ist und nur 6,1 Prozent sehen für sich die Absicherung als „sehr gut” an", heißt es. Dabei seien deutliche soziodemografische Ungleichheiten erkennbar. Schlecht abgesichert fühlten sich demnach vor allem Menschen ohne Berufsabschluss (67,7 Prozent), Arbeiterinnen und Arbeiter (67 Prozent) und die Jüngeren unter 30 Jahren (56,9 Prozent). „Auch eine Geschlechterdifferenz ist erkennbar”, schreibt das ddn. Während sich durchschnittlich 50,6 Prozent der Frauen schlecht abgesichert fühlten, seien es bei den Männern nur 39,8 Prozent.
