Berlin (sth). Rentnerinnen und Rentner mit mindestens 45 Beitragsjahren haben in Deutschland Ende vergangenen Jahres eine durchschnittliche monatliche Nettorente von 1543 Euro erhalten. Allerdings unterscheiden sich die gesetzlichen Alterseinkünfte besonders langjährig Versicherter vor allem bei Männern zwischen den alten und neuen Bundesländern immer noch stark, während die West-Ost-Rentendifferenzen bei Frauen erheblich kleiner sind. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) auf eine Frage von Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch (S. 44f.) hervor, die ihre-vorsorge.de vorliegt.
Den BMAS-Angaben zufolge, die auf Daten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beruhen, kamen Männer zwischen Flensburg und Füssen Ende 2022 auf einen durchschnittlichen monatlichen Rentenzahlbetrag von 1698 Euro, zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Erzgebirge auf 1466 Euro. Bei Rentnerinnen waren die Rentenunterschiede zwischen West- und Ostdeutschland demnach deutlich kleiner: Frauen in den alten Ländern mit einer besonders langen Erwerbsbiografie erhielten im Schnitt 1334 Euro Rente, in den neuen Ländern 1307 Euro. Die geringsten Renten erzielten laut den DRV-Daten Rentner und Rentnerinnen in Thüringen mit 1436 und 1271 Euro.
Das Statistische Bundesamt hatte im März mitgeteilt, dass das geschlechtsspezifische Gefälle bei den Alterseinkünften - der sogenannte Gender Pension Gap - 2021 bei 29,9 Prozent lag. Die Alterseinkünfte von Frauen waren demnach durchschnittlich um knapp ein Drittel niedriger als die von Männern. Frauen verfügten im Schnitt über geringere Rentenansprüche, weil sie teilweise in schlechter bezahlten Branchen arbeiten als Männer. Zudem arbeiteten sie häufiger in Teilzeit, nähmen öfter und länger Auszeiten für Care-Arbeit (Sorgearbeit) - etwa für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige - und seien seltener in Führungspositionen tätig, so die amtlichen Statistiker.
