Würzburg (sth). Sollte der Bundestag das von der Bundesregierung geplante “Rentenpaket 2025" und die damit verbundene Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2031 beschließen, käme dies nicht nur Neurentnerinnen und -rentnern der kommenden Jahre zugute, sondern auch den heutigen Beitragszahlern und allen künftigen Rentenbeziehenden. Das erklärte die alternierende Bundesvorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung (DRV), Anja Piel, am Dienstag vor Journalisten in Würzburg. Grund dafür sei, dass der sogenannte aktuelle Rentenwert, aus dem die individuelle monatliche Rente berechnet wird, bei einem Beschluss der Rentenreform “auch nach 2031 dauerhaft höher ist”, sagte Piel. Der aktuelle Rentenwert, der den monatlichen Rentenanspruch eines Durchschnittsverdieners nach einem Jahr Zahlung von Rentenbeiträgen angibt, liegt derzeit bei 40,79 Euro.
Das Rentenniveau läge mit dem Rentenpaket “dauerhaft um rund einen Prozentpunkt höher” als nach der derzeitigen Gesetzeslage, so Piel, die hauptberuflich Vorstandsmitglied für Sozialpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und ehrenamtlich Spitzenvertreterin der Arbeitnehmerseite in der DRV-Selbstverwaltung ist. Bisher gilt die sogenannte Haltelinie für das Rentenniveau von 48 Prozent nur bis Mitte 2026. Anschließend würde das Niveau ohne das Reformpaket der Bundesregierung bis 2035 auf rund 47 Prozent, ab 2040 auf etwas mehr als 46 Prozent sinken, zeigen aktuelle DRV-Berechnungen. Allerdings kämen mit der Reform auf alle Steuerzahler in den kommenden 15 Jahren Milliarden Euro teure Zusatzkosten zu, geht aus dem Gesetzentwurf der Bundesregierung hervor.
Mit Blick auf die anhaltende Debatte um die Bedeutung der gesetzlichen Rentenversicherung auch für jüngere Beschäftigte betonte Piel, Beiträge zur Rentenversicherung seien “kein Verlust für junge Menschen”. Vielmehr böten Rentenbeiträge einen “echten Mehrwert”. Die sogenannte interne Rendite von Rentenbeiträgen liege laut Berechnungen von Wirtschaftswissenschaftlern immer noch “durchgehend für alle Generationen bei rund 3 Prozent”, sagte Piel.
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