Ihre-Vorsorge Logo

Sachsens Landtag lehnt Beteiligung am Renten-Härtefallfonds ab

Linke-Fraktion hatte in einem Antrag eine Verdoppelung der Einmalzahlung und einen Gerechtigkeitsfonds für betroffene Berufsgruppen gefordert.

Artikel vorlesen

Tags

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Plenarsaal des Bundestages in Berlin mit leeren Stühlen. Bild: IMAGO / imagebroker

© Nicht definiert

Dresden (dpa/sn). Sachsens Landtag hat mit den Stimmen von CDU, Grünen und SPD einen Antrag der Linken zur Beteiligung am Renten-Härtefallfonds des Bundes abgelehnt. In der vorherigen Debatte sprachen sich zwar auch Grünen-Fraktionschefin Franziska Schubert und SPD-Politikerin Sabine Friedel für das Anliegen aus. Den konkreten Antrag der Linken unterstützten sie aber nicht. Die Linken hatten neben einer Beteiligung an dem Fonds und einer damit verbundenen Verdoppelung der Einmalzahlung für Betroffene auch gefordert, den Härtefallfonds zu einem Gerechtigkeitsfonds für alle betroffenen Berufsgruppen unabhängig von ihrer Bedürftigkeit auszubauen.

Der Härtefallfonds ist vor allem für Ostdeutsche gedacht, deren Rentenansprüche aus DDR-Zeiten nicht ins bundesdeutsche System übernommen wurden. Wenn sie als bedürftig gelten, können sie einmalig 2500 Euro erhalten. Der Bund hat für den Fonds 500 Millionen Euro eingeplant. Er soll von einer Stiftung betreut werden. Die Länder haben die Möglichkeit zur Beteiligung, dann würde sich die Auszahlung verdoppeln. Bislang hat das nur Mecklenburg-Vorpommern zugesagt. In Sachsen sind außer der CDU alle im Landtag vertretenen Parteien dafür. Die CDU hatte wiederholt klargestellt, dass Renten Bundesrecht sind. Dieses Argument lieferte die Union auch am Mittwoch.

„Ausgestaltung des Gerechtigkeitsfonds unkonkret“

Schubert begründete die Ablehnung ihrer Fraktion für den Antrag mit unterschiedlichen Wortmeldungen innerhalb der Linken. Bei der Ausgestaltung des Gerechtigkeitsfonds würden sie unkonkret bleiben. „Vor den genannten Hintergründen können wir dem Antrag nicht zustimmen. Auch wenn wir das Grundanliegen verstehen und teilen, bleibt für uns Bündnisgrüne die Herstellung von wirtschaftlicher und sozialer, von struktureller Gleichheit zwischen Ost und West die weitaus größere und wichtigere Gegenwarts- und Zukunftsaufgabe.“

Friedel ging genau wie Sozialministerin Petra Köpping (SPD) davon aus, dass die Entscheidungsfindung in der Staatsregierung noch nicht abgeschlossen ist. Der Freistaat muss sich bis zum 31. März entscheiden, ob er sich beteiligt. Friedel äußerte die Hoffnung, dass auch die Parlamentsdebatte dazu beitragen kann, das eine oder andere Argument noch in die Diskussion einzubringen. Die Betroffenen sollten in jedem Fall jetzt ihre Anträge stellen.

Die AfD stimmte für den Antrag der Linken. AfD-Fraktionschef Jörg Urban wertete die Ungleichbehandlung bei der Rente als Beleg dafür, dass die deutsche Einheit noch nicht vollendet ist. Für betroffene Berufsgruppen sei das eine bittere Erfahrung. Die versprochene Angleichung der Löhne und Renten sei bis heute nicht umgesetzt. Es sei eine Schande, dass es über einen so langen Zeitraum nicht gelungen sei, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Krempelt die Koalition die Rente wie angekündigt um – trotz aller Widerstände auch in den Reihen von CDU und SPD? Schwarz und Rot bemühen sich, die Reihen zu schließen.

Time
1 Minuten

Die Deutsche Rentenversicherung bietet kostenlose Onlinevorträge zu unterschiedlichen Themen an – auch zur Frage, welche Leistungen Hinterbliebene erhalten können.

Time
2 Minuten

Ab Januar 2027 gilt das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Es wird auch als Krankenkassen-Reform bezeichnet. Was sich für Menschen ändert, die arbeiten und Altersrente in Teilrente beziehen.

Time
2 Minuten

Das Ende der abschlagsfreien Frührente nach 45 Beitragsjahren ist ein Zankapfel der geplanten Rentenreform. Thorsten Frei wendet sich gegen SPD-Vorstellungen, wie lang die Übergangsfrist sein soll.

Time
2 Minuten

Setzt die Koalition die Rentenreform um oder überlegt es sie sich bei der populären „Rente mit 63“ noch einmal anders? Die Sozialministerin will die Reform – und macht ein Versprechen.

Time
2 Minuten

Der Kanzler macht auch nach der CDU-Schlappe in Sachsen-Anhalt klar, dass große Gesetzesvorhaben weitergehen sollen. Bei der Rente signalisiert er Gesprächsbereitschaft über eine heikle Frage.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026