Brüssel (dsv/sth). „Rentner stehen finanziell gut da": Zu diesem Ergebnis kommt die schwedische Rentenbehörde (Pensionsmyndigheten) in einem kürzlich veröffentlichten Bericht (englisch). Wer in Schweden eine Rente bezieht, verfüge im Durchschnitt über 82 Prozent des wirtschaftlichen Standards der Erwerbsbevölkerung, fasst das Europabüro der Deutschen Sozialversicherung (DSV) in Brüssel den Bericht zusammen. "Allerdings gibt es Ausnahmen", so die DSV weiter. Denn die Einkünfte schwedischer Senioren änderten sich mit dem Lebensalter.
"Je älter man ist, desto niedriger sind die Einkünfte", so die DSV. Bei alleinstehenden Männern über 80 Jahren seien es 59 Prozent, bei alleinstehenden Frauen dieser Altersklasse nur noch 56 Prozent des genannten Standards. "Ein ganz anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn man die Gruppe der Zusammenlebenden betrachtet", schreibt die DSV. Dann erreichten Männer und Frauen im Alter von 66 bis 70 Jahren einen finanziellen Standard von 116 respektive 107 Prozent im Vergleich zur Gruppe der Erwerbstätigen im Alter von 20 bis 64 Jahren.
Durchschnittswerte verzerren das Gesamtbild
Der Bericht konzentriert sich auf Durchschnittswerte. Sobald man aber über den Durchschnitt spricht, sei "zu bedenken, dass es in Schweden eine nicht unerhebliche Anzahl von Menschen gibt, die sehr hohe Renten und Einkommen haben" und das Bild damit deutlich verschieben, heißt es weiter. Auf der anderen Seite gebe es aber auch viele arme Menschen, die trotz eines langen Arbeitslebens "eine sehr niedrige Rente haben". Damit sei die Situation in Schweden "vergleichbar mit der in vielen anderen europäischen Ländern". Der Bericht erscheint zu einem Zeitpunkt, zu dem man in Schweden verstärkt Diskussionen auch über eine Reform der Finanzierung des Altersicherungssystems führt.
