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So ist die Lebenserwartung von Rentnern gestiegen

Wer 65, 75 oder 85 Jahre alt ist, wird wahrscheinlich viel länger leben als Gleichaltrige vor etwa 30 Jahren.

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Gruppe von Senioren lacht zusammen in die Kamera.

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München (tö). Die Lebenserwartung von gesetzlich Rentenversicherten im höheren und hohen Alter ist in den vergangenen 30 Jahren deutlich gestiegen. Zieht man die Sterbetafel von 1994/96 heran, hatten versicherte Männer mit 65 Jahren nach Berechnungen der Rentenversicherung noch eine Lebenserwartung von 14,63 Jahren, mit 75 Jahren von 8,75 Jahren und mit 85 Jahren von 4,59 Jahren. Etwa drei Jahrzehnte später, maßgebend ist nun die Sterbetafel 2022/2024, ist die Lebenserwartung in diesen Altersgruppen schon deutlich höher.

Lebenserwartung in Deutschland: So lange leben Rentner heute

Bei einem 65-jährigen Versichertenrentner beläuft sich die sogenannte fernere Lebenserwartung nun auf 17,56 Jahre, das sind fast drei Jahre mehr. Bei einem 75-Jährigen sind es mit 10,93 Jahren immer noch gut zwei Jahre mehr als vor etwa 30 Jahren. Und der 85-Jährige hat mit einer Lebenserwartung von nun 5,57 Jahren statistisch betrachtet gute Chancen, den 90. Geburtstag gerade noch zu feiern. Dies geht aus Sterbefallberechnungen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bund hervor, die die DRV in ihrem Statistikband „Rentenversicherung in Zeitreihen 2025“ veröffentlicht hat. 

Die Lebenserwartung von Frauen ist höher als bei Männern, weil bei den Männern das Sterberisiko über nahezu alle Altersjahre hinweg größer ist als das der Frauen. 

Männer und Frauen leben länger – aber nicht gleich lang

Für Mädchen, geboren zwischen 2022 und 2024, beläuft sich die Lebenserwartung nach Angaben des Statistischen Bundesamts auf 83,2 Jahre, für Jungen auf 78,5 Jahre. Das sind bei den Männern 22,5 Jahre mehr als vor 100 Jahren, bei den Frauen sogar gut 24 Jahre mehr. Das liegt laut der Statistikbehörde vor allem daran, dass sich die Säuglings- und Kindersterblichkeit erheblich verringert hat. Weitere maßgebliche Gründe sind dem Bundesamt zufolge „der Fortschritt in der medizinischen Versorgung, Hygiene, Ernährung und Wohnsituation sowie verbesserte Arbeitsbedingungen und gestiegener materieller Wohlstand“.

Die fernere Lebenserwartung von älteren Frauen ist allerdings nicht ganz so stark gestiegen wie bei den Männern, wie die Analyse der DRV Bund weiter zeigt. Rentnerinnen im Alter von 65 Jahren haben nun eine Lebenserwartung von knapp 21 Jahren, das sind gut zwei Jahre mehr als vor etwa 30 Jahren. Eine 85-jährige Rentnerin hat im Durchschnitt noch 6,57 Jahre zu leben, knapp ein Jahr mehr verglichen mit der Sterbetafel 1994/96. 

Menschen im Alter von 65 Jahren und mehr erreichen statistisch betrachtet ein höheres Lebensalter als Neugeborene, weil Sterberisiken vor dem Alter von 65 Jahren nicht mehr einberechnet werden müssen. 

Folgen für die Rentenversicherung: mehr Renten bei längerer Rentenbezugsdauer

Die gestiegene fernere Lebenserwartung hat für die gesetzliche Rentenversicherung allerdings zur Folge, dass Renten viel länger ausgezahlt werden müssen als noch vor 20, 30 oder 40 Jahren. Als Reichskanzler Otto von Bismarck die gesetzliche Rentenversicherung 1889 einführen ließ, erlebten sogar die meisten Beschäftigten das Rentenalter erst gar nicht. So betrug bei Veröffentlichung der ersten allgemeinen Sterbetafel von 1871/1881 für das damalige Reichsgebiet die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt für Männer 35,6 Jahre und für Frauen 38,5 Jahre.

Deutschland im internationalen Vergleich: Wer lebt am längsten?

Die Lebenserwartung in einem Land gilt als wichtige demografische Messgröße. Eine hohe Lebenserwartung signalisiert einen hohen Lebensstandard und eine gute gesundheitliche Versorgung. Im internationalen Vergleich nimmt Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge aber „keine Spitzenstellung ein – mehr als 20 Länder weisen derzeit höhere Werte auf. Darunter auch einige räumlich nahe gelegene wie Österreich, die Schweiz oder Frankreich“, heißt es auf der Homepage der Behörde. Im Zuge der Corona-Pandemie war die Lebenserwartung in vielen Ländern – auch in Deutschland – vorübergehend zurückgegangen.


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