München (dpa). Von der Ausweitung der Mütterrente, die die CSU in der Koalition durchgesetzt hat und die bereits im Bundestag beschlossen wurde, CSU-Chef Söder auf keinen Fall abrücken. Im Parteivorstand habe es ein nahezu einhelliges Votum gegeben, dass die Mütterrente ein ganz wesentlicher Beitrag sei für das S in der CSU, für soziale Verantwortung, sagte er nach einer CSU-Vorstandssitzung in München.
„Und deswegen ist es nicht mein Herzensanliegen, sondern Herzensanliegen der CSU als Ganzes.“ Die Mütterrente sei ein kleiner Beitrag mit großer Gerechtigkeitswirkung für viele Millionen Frauen in Deutschland – deshalb werde man daran festhalten. „Deswegen ist das Thema Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit mit der Mütterrente eng verbunden“, sagte er. „Die Mütterrente bleibt und sie wird auch kommen.“
Kritik selbst in der CSU
Zuletzt war etwa der CSU-Schatzmeister und Günzburger Landrat Hans Reichhart von der Ausweitung der Mütterrente als zentralem CSU-Projekt abgerückt. Bei den anstehenden Reformen gehöre die Bereitschaft dazu, „vielleicht für uns heilige Kühe wie die Mütterrente zu opfern, um das große Ganze tatsächlich zu erreichen“, hatte er dem Bayerischen Rundfunk gesagt.
Kompromissfähigkeit bei anderen Themen
Während Söder die Mütterrente III im Ringen um umfassende Sozial- und Steuerreformen außen vor lassen will, forderte er zugleich Zugeständnisse von allen Seiten „Wir wissen alle, dass wir jetzt in den kommenden Wochen Kompromisse machen müssen. Jeder, auch wir“, sagte Söder nach einer CSU-Vorstandssitzung in München. Das bedeute, dass nicht jeder jubeln werde. „Aber keine Lösung zu erreichen, nur in Schönheit zu sterben, wird am Ende keinen Erfolg bringen“, warnte der CSU-Vorsitzende. Das werde sonst nur als eine Art Staatsversagen gewertet. „Und das werden wir nicht akzeptieren.“
Söder: Die Wölfe stehen vor der Tür
Die Wochen bis zur Sommerpause seien entscheidend, mahnte Söder. Mit Blick auf aktuelle Umfragen sagte er: „Die Wölfe stehen vor der Tür, wenn ich das sagen darf. Die Prozentzahlen der AfD zeigen es eindeutig. Umso wichtiger und entscheidender ist es, dass wir Erfolg haben. Wir sind zum Erfolg verdammt.“
Die CSU wisse um ihre Verantwortung, ob in der Steuer- oder in der Sozialversicherungspolitik ist, sagte Söder. Er wolle deshalb auch „keine maximalen roten Linien aufzeigen“. Gleichwohl habe die CSU klare Positionen, etwa dass man bei der Sozialversicherung eine Beitragsbegrenzung brauche oder dass regionale Krankenhäuser gestärkt werden müssten, betonte er.
