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Tarifparteien streiten um künftige Rentenerhöhungen

Zeitung: Arbeitgeber halten Aussetzung des Nachholfaktors für Fehler. DGB warnt davor, „Ungerechtigkeiten“ durch Kürzungen ausgleichen.

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Osnabrück (ots/sth). Zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ist der Streit um künftige Rentenerhöhungen neu entflammt. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Die Aussetzung des Nachholfaktors ist eine Fehlentscheidung in der Rentenpolitik. Das verletzt die Fairness-Prinzipien, die die Rentenversicherung über die vergangenen Jahre stabil und nachhaltig gemacht haben.“

Der Nachholfaktor besagt, dass eigentlich fällige Rentenkürzungen, die aufgrund der Rentengarantie unterbleiben, nachgeholt werden müssen. Dies geschieht, indem spätere Rentenanpassungen halbiert werden. Die Regelung ist allerdings bis zum Jahr 2025 ausgesetzt. Kampeter betonte, jedem Menschen sei eine Rentenerhöhung zu gönnen, sie müsse allerdings auch fair und nachhaltig finanziert sein. Die aktuelle Regelung belastet nach den Worten von Kampeter einseitig die jüngere Generation: „Sie sollte daher sofort abgeschafft werden. Generationengerechtigkeit sieht anders aus.“

„Die Rente wird 2025 rund drei Prozent niedriger sein als ohne die Krise“

DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel betonte demgegenüber, von einem Generationenkonflikt zu sprechen sei schlicht falsch. „Die Rente wird im Jahr 2025 rund drei Prozent niedriger sein als ohne die Krise, das zeigen Daten der Bundesregierung“, so Piel gegenüber der NOZ. Der DGB macht dazu folgende Rechnung auf: „Der Rentenversicherungsbericht 2019 (vor Corona) erwartete für 2025 eine Standardrente (Eckrente) von 1.753 Euro (im Monat). Der Rentenversicherungsbericht 2020 erwartet für 2025 eine Standardrente von 1.699 Euro.“

Piel warnte zugleich davor, vermeintliche Ungerechtigkeiten durch „Rentenkürzungen“ ausgleichen zu wollen. Dann müssten die Beschäftigten die Rechnung zahlen, „mit mehr privater Vorsorge und später trotzdem geringeren Renten“. Unternehmer würden dagegen von niedrigeren Beiträgen profitieren. Der Rentenexperte Axel Börsch-Supan hatte zuvor in der „Bild“-Zeitung von „zusätzlichen Rentenerhöhungen“ durch die Aussetzung des Nachholfaktors gesprochen. Allein für 2022 bezifferte er den Betrag auf vier Milliarden Euro.

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