Wiesbaden (destatis/sth). Die Erwerbsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen ist im vergangenen Jahrzehnt so stark gestiegen wie in keiner anderen Altersgruppe. Sie wuchs nach Angaben des Statistischen Bundesamts zwischen 2011 und 2021 von 44 auf 61 Prozent. Aber auch jenseits des gesetzlichen Renteneintrittsalters habe sich der Anteil der Erwerbstätigen binnen zehn Jahren stark erhöht, so die amtlichen Statistiker. Demnach arbeiteten 2011 von den 65- bis 69-Jährigen noch zehn Prozent, im Jahr 2021 lag der Anteil bei 17 Prozent.
Männer und Frauen unterschieden sich in ihrer Erwerbstätigkeit auch im fortgeschrittenen Alter, heißt es weiter. Seien 2021 von den 60- bis 64-jährigen Männern noch 66 Prozent erwerbstätig gewesen, „waren es bei den Frauen nur 57 Prozent“. Unter den 65- bis 69-Jährigen seien 21 Prozent der Männer, aber nur 14 Prozent der Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgegangen. Aufgrund der gesetzlichen Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre sei auch „zukünftig mit einer weiteren Zunahme der Erwerbstätigkeit von älteren Menschen zu rechnen“, so das Bundesamt.
Arbeiten im Rentenalter könne „zum einen bedeuten, länger aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, und zum anderen einer drohenden Altersarmut entgegenzuwirken“, stellen die Statistiker fest. Für rund 39 Prozent der Erwerbstätigen ab 65 Jahren sei die ausgeübte Tätigkeit „die vorwiegende Quelle des Lebensunterhalts“. Damit habe es 2021 in Deutschland 511.000 Personen gegeben, die im Rentenalter überwiegend vom eigenen Arbeitseinkommen lebten. Für die Mehrheit der Erwerbstätigen ab 65 sei dieses Einkommen aber ein Zuverdienst gewesen, heißt es. „Sie lebten in erster Linie von ihrer Rente beziehungsweise ihrem Vermögen (58 Prozent).“
