Düsseldorf/Berlin (sth). Rentenanpassung, Rentengarantie, Nachholfaktor, Rentenniveau: Begriffe wie diese spielen in der rentenpolitischen Debatte seit Jahren eine wichtige Rolle – und dürften auch in der neuen Wahlperiode schon bald wieder bedeutsam werden. Ingo Schäfer, Leiter des Referats Alterssicherung und Rehabilitation beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), und Florian Blank, Experte für Sozialpolitik beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, sind seit vielen Jahren – auch von der Arbeitgeberseite – anerkannte Rentenexperten. Im aktuellen WSI-Blog erklären sie die Reformvorhaben der neuen Bundesregierung für die Alterssicherung aus Gewerkschaftssicht und erläutern – ganz nebenbei – die Zusammenhänge der verschiedenen Faktoren in der Rentenanpassungsformel.
Ausgangspunkt des Beitrags von Blank und Schäfer sind drei zentrale Ziele, die im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien vereinbart wurden:
- Das Rentenniveau soll dauerhaft mindestens 48 Prozent betragen.
- Der Beitragssatz darf zumindest in dieser Wahlperiode nicht über 20 Prozent steigen.
- Rentenkürzungen und eine weitere Anhebung des Rentenalters werden ausgeschlossen.
„Damit dürfte doch alles klar sein und größere Auseinandersetzungen sollte es nicht mehr geben – oder?”, fragen die beiden Experten rhetorisch. Um die Antwort gleich selbst zu geben: „Der Teufel steckt bekanntermaßen im Detail.” Diese Details seien nicht nur für Fachleute relevant und hätten „nicht nur für die Rentenerhöhung in diesem Jahr Folgen”, erläutern Blank und Schäfer. Denn hinter manchen, auf den ersten Blick einleuchtenden, Vorschlägen „verstecken sich politische Ziele wie das eines niedrigeren Rentenniveaus”.
Für Fachleute in der Alterssicherungspolitk dürfte der neue WSI-Blog ohnehin „Pflichtlektüre” sein. Für andere Interessierte bietet er eine Menge Anhaltspunkte zur Debatte und zum Weiterdenken.
