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Azubis klagen über Überstunden

Überstunden und Arbeitsdruck: 30 Prozent der Azubis sind mit ihrer Ausbildung unzufrieden.

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Auszubildende in einer Werkstatt. Bild: IMAGO / Westend61

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Berlin (dpa). Hunderttausende Auszubildende in Deutschland müssen laut einer neuen Studie regelmäßig Überstunden leisten oder jenseits der Ausbildungszeiten mobil erreichbar sein. Zwar sei mit 70,2 Prozent die große Mehrheit der Azubis mit ihrer Lehre zufrieden, doch handele es sich um den niedrigsten Wert seit Beginn der jährlichen Erhebungen vor 13 Jahren. Das geht aus dem am Montag in Berlin präsentierten Ausbildungsreport 2018 der Jugend-Abteilung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hervor.

Laut Bundesagentur für Arbeit waren bis Juli 531.426 Lehrstellen und 501.878 Interessenten fürs neue Ausbildungsjahr gemeldet. Mehr als ein Drittel der Befragten musste nach eigenen Angaben regelmäßig Überstunden machen (36,3 Prozent). Anders als gesetzlich vorgeschrieben, bekommen 13 Prozent dieser Azubis die Überstunden nicht bezahlt oder zeitlich ausgeglichen. Von 54,4 Prozent wird erwartet, außerhalb der Ausbildungszeiten mobil erreichbar zu sein.

Große Unterschiede in den Branchen

Viele Azubis klagten über Schichtarbeit ohne zusammenhängendes Wochenende oder mangelnde Zeit für die Prüfungsvorbereitung, sagte DGB-Ausbildungsexperte Daniel Gimpel. Bei jedem Dritten fehle der gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungsplan, der die Gliederung der Lehre regeln soll und die Inhalte so überprüfbar macht. Probleme gebe es vor allem bei kleineren Betrieben und im Handwerk.

Laut DGB-Report bewerten angehende Hotelfachleute, zahnmedizinische Fachangestellte, Einzelhändler, Tischler und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk ihre Ausbildung überdurchschnittlich schlecht. Bei den Betroffenen besonders gut schneiden dagegen Ausbildungen zu Verwaltungsfachangestellten ab, zu Mechatronikern, Industriemechanikern und Elektronikern für Betriebstechnik. Verbessert habe sich die Situation bei angehenden Köchen.



"Ausbildung führt ans Berufsleben heran"

DGB-Vize Elke Hannack forderte die Bundesregierung auf, die angekündigte Novelle des Berufsbildungsgesetzes nun auf den Weg zu bringen. Nötig sei unter anderem eine Mindestvergütung für Azubis etwa im ersten Ausbildungsjahr von mindestens bei 635 Euro im Monat. Diese gibt es bisher nicht.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterstrich, dass die meisten Jugendlichen mit ihrer Ausbildung zufrieden seien. Zu Überstunden, Schichtarbeit oder Erreichbarkeit gelte: "Eine Ausbildung führt an das Berufsleben heran", wie DIHK-Vize Hauptgeschäftsführer Achim Dercks sagte. "So gibt es in Hotels, der Gastronomie oder im Handel tatsächlich Arbeitszeiten außerhalb der üblichen Bürozeiten." Kein Gastwirt oder Hotelier könne es sich leisten, um 18 Uhr sein Haus zu schließen. Bei Problemen und Konflikten unterstützten Berater der Industrie- und Handelskammern Jugendliche und Betriebe. Azubis oder Betriebe müssten sich dazu allerdings bei ihnen auch melden.

Weitere Informationen

jugend.dgb.de

Fragen zur Ausbildung beantwortet die DGB-Jugend auf ihrer Internetseite

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