Ihre-Vorsorge Logo

Corona-Pandemie macht Menschen dünnhäutiger

Der Ton in der Gesellschaft werde rauer, sagt der Trierer Bischof Stephan Ackermann. Die Krise zeige aber auch, dass es viel Solidarität gebe.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Mutter und Tochter im Teenageralter streiten.

© Nicht definiert

Trier (dpa/lrs). Nach fast zwei Jahren Corona-Pandemie sieht Triers Bischof Stephan Ackermann eine Veränderung des gesellschaftlichen Klimas. „Es gibt eine Ermüdung: Man merkt, die Menschen werden dünnhäutiger. Man wird auch unduldsamer miteinander“, sagte der Trierer Bischof der Deutschen Presse-Agentur. „Natürlich ist da Spaltpotenzial. Das spürt man. Und das ist nicht zu unterschätzen, weil sich Positionen verhärten.“ Der Ton werde rauer, vor allem rund um strittige Themen wie Impfpflicht oder Anti-Corona-Maßnahmen.

Anfälligkeit für Verschwörungstheorien wächst

Auch die Anfälligkeit für Verschwörungstheorien werde größer, sagte der Bischof. „Da sind so abstruse Dinge darunter, wo man wirklich staunt, dass Menschen sie für wahr halten.“ Wie auch bei Impfgegnern stehe bei den Anhängern solcher Theorien womöglich etwas anderes dahinter: „Sie haben das Gefühl, zu wenig gehört zu werden, nichts bewirken zu können, ohnmächtig zu sein.“ Daher seien ihre Reaktionen oft eine Art Ventil, um Widerstand zu zeigen, sagte Ackermann. Deshalb sei es wichtig, Gelegenheiten zu schaffen, um über die tieferliegenden Themen zu sprechen.

Impfpflicht als letztes Mittel der Politik

Es sei richtig, dass die Politik die allgemeine Impfpflicht als letztes Mittel im Kampf gegen die Pandemie ansehe. „Ich setze auch auf Überzeugungsarbeit. Auch wir deutschen Bischöfe appellieren an Vernunft und soziale Verantwortung“, sagte Ackermann. Die Impfpflicht sei „ein starker Eingriff in die individuelle Freiheit des Einzelnen und daher Ultima Ratio.“

Die Pandemie habe aber auch Positives gezeigt: „Es gibt doch bei allen Schwierigkeiten in der Breite der Bevölkerung nach wie vor Bereitschaft zur Solidarität“, sagte der Bischof. Wenn man zudem an die Flutkatastrophe vom Sommer an Ahr, Mosel und in der Eifel denke, wo sich unzählige Bürger für in Not geratene Menschen einsetzten, könne man sagen: „Es ist ein großes soziales Kapital da. Das ist stark.“


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Künftig soll es leichter werden, Kindergeld zu bekommen: In vielen Fällen soll der Antrag entfallen und die Leistung automatisch ausgezahlt werden.

Time
2 Minuten

Eine Frau fordert das gleiche Gehalt wie ihr männlicher Kollege. Das Gericht spricht ihr zwar mehr Geld zu, aber nicht so viel wie ihr Kollege verdient. Das ist die Begründung.

Time
2 Minuten

Um immer höhere Gesundheitsausgaben unter Kontrolle zu bringen, gibt es ein Milliarden-Sparpaket. Und es kommen neue Regelungen dazu – auch bei der Pflege.

Time
2 Minuten

Wenn Beschäftigte im Job fehlen, um kranke Kinder zu betreuen, können sie einen Ausgleich für Verdienstausfälle erhalten. Die Verlängerung der Zeitspanne für den Anspruch soll aber auslaufen.

Time
2 Minuten

Sind die formellen Voraussetzungen für Teilzeitarbeit erfüllt, darf ein Arbeitgeber das Gesuch nicht einfach so ablehnen. Auch nicht, wenn angeblich kein Ersatz aufzutreiben ist.

Time
4 Minuten

„Sei einfach du selbst“ – ein beliebter Karriereratschlag. Doch im Beruf kann radikale Authentizität zum Problem werden. Wie finden Beschäftigte eine Rolle, in der sie sich wohlfühlen?

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026