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Häusliche Pflege: Chance auf Entlastung?

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen künftig weniger Anträge stellen müssen und Leistungen leichter abrufen können.

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Rentnerin umarmt ihren Mann im Rollstuhl. Bild: IMAGO / Westend61 / imago stock&people

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Berlin (dpa). Der Sozialverband VdK Deutschland sieht in einem neuen Vorschlag aus der Bundesregierung gute Chancen für deutliche Vereinfachungen bei der häuslichen Pflege. Der Bürokratiedschungel, unter dem viele pflegende Angehörige litten, könnte sich lichten, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Bentele bezog sich auf ein neues Konzept des Pflegebevollmächtigten der Regierung, Andreas Westerfellhaus. Westerfellhaus will, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weniger Anträge stellen müssen, Leistungen leichter abrufen können und so auch finanziell entlastet werden.

Das geht aus einem Konzept hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. An diesem Mittwoch will Westerfellhaus damit an die Öffentlichkeit gehen. Bentele sagte: „Menschen, die zu Hause gepflegt werden, fühlen sich oft wie im Dschungel.” Keiner blicke mehr durch. „Die Bürokratie überfordert die Menschen.” Viele, so Bentele, würden die Leistungen erst gar nicht beantragen.

Einfacher und flexibler

In dem Konzept von Westerfellhaus heißt es: „Pflegebedürftige haben eine Vielzahl teilweise kleiner, kombinierbarer oder sich gegenseitig ausschließender Leistungsansprüche.” Viele Leistungen würden daher gar nicht in Anspruch genommen. Deshalb sollen die Ansprüche laut dem Konzept in zwei Töpfe fließen: In ein Pflege- und ein Entlastungsbudget für die einzelnen Betroffenen. Diese sollen die so zusammengeführten Mittel besser abrufen können.

Bentele sagte: „Die häusliche Pflege könnte so einfacher und flexibler werden, wenn daraus ein Gesetz wird.” An anderer Stelle will der Verbraucherzentrale Bundesverband ansetzen. Der Verband fordert, dass digitale Assistenten für häusliche Pflege künftig von den Pflegekassen bezahlt werden. Dabei handelt es sich etwa um Abschaltvorrichtungen für den Herd oder digitale Erinnerungen für die Einnahme von Mahlzeiten. Entsprechende Forderungen will der Verband ebenfalls an diesem Mittwoch in Berlin vorstellen.

Forderung nach Pflegevollversicherung

Rund 2,9 Millionen Empfänger von Pflegeleistungen werden in Deutschland ambulant gepflegt - laut offizieller Statistik 52 Prozent allein von Angehörigen und 24,3 Prozent zusammen mit oder von ambulanten Pflegediensten.

Rund 70 Prozent der Angehörigen fühlen sich laut früheren Aussagen von Westerfellhaus überlastet. Entlastung sollen etwa die Möglichkeiten der Tages- und Nachtpflege, der Kurzzeit- oder Verhinderungspflege durch professionell Pflegende außerhalb des häuslichen Bereichs bringen. Viele Angehörige nutzen solche Leistungen aber nicht. Bentele bekräftigte im Übrigen die Forderung nach einer Pflegevollversicherung, die alle pflegebedingten Kosten abdeckt.


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