Wiesbaden (dpa) - Die Zahl der im Alter auf Sozialhilfe angewiesenen Menschen ist in Deutschland gewachsen. Im Dezember des vergangenen Jahres bezogen rund 559.000 Menschen Grundsicherung im Alter. Das waren 2,8 Prozent mehr als im Dezember 2017, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Zusätzlich erhielten 519.000 Menschen, die unter der Altersgrenze waren, eine Grundsicherung wegen Erwerbsminderung. Dies war ein Zuwachs von 0,8 Prozent. Insgesamt bezogen damit 1,079 Millionen im Alter oder bei Erwerbsminderung Leistungen der Sozialhilfe.
Einigung auf Konzept einer Grundrente dringend nötig
In den Zahlen sieht Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil (SPD) einen Beleg dafür, dass sich die große Koalition rasch auf sein Konzept einer Grundrente einigen muss. "Je größer die Zahl derer, die Grundsicherung im Alter beziehen, desto größer auch die Zahl derer, die von ihrer Altersrente offensichtlich nicht leben können", sagte Heil dem "Tagesspiegel" (Donnerstag). "Das zeigt einmal mehr, dass wir die Grundrente jetzt dringend brauchen." Wer jahrzehntelang in die Rentenversicherung eingezahlt habe, dem müsse der Gang zum Amt erspart bleiben. "Und er muss am Ende mehr haben als die Grundsicherung."
Bedürftigkeitsprüfung, ja oder nein?
Mit der Grundrente will die große Koalition Senioren mit Minirenten besserstellen, wenn sie mindestens 35 Beitragsjahre vorweisen können. Union und SPD streiten aber darüber, ob es dabei eine Bedürftigkeitsprüfung geben soll oder nicht. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plädiert für eine Grundrente ohne eine solche Prüfung. Die CDU will eine Bedürftigkeitsprüfung.
