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Weniger atypische Beschäftigung

Zeitverträge, Leiharbeit oder kurze Teilzeit sind atypisch. Dank der guten Konjunktur finden Menschen häufiger Jobs, die der Norm entsprechen.

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Seniorin arbeitet in einem Gartencenter. Bild: IMAGO / Panthermedia

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Wiesbaden (dpa). Auf dem deutschen Arbeitsmarkt haben Menschen häufiger einen regulären Hauptjob mit Sozialversicherung gefunden. Atypische Beschäftigungsformen wie Zeitverträge, Leiharbeit, kurze Teilzeit oder Mini-Jobs sind im vergangenen Jahr zurückgegangen, machen aber immer noch gut ein Fünftel der Beschäftigungen aus.

Von dem Trend profitierten im vergangenen Jahr vor allem die Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr hatten rund 300.000 Frauen zusätzlich einen sozialversicherten Hauptjob mit mehr als 20 Wochenstunden Arbeitszeit. Die Steigerung um 2,8 Prozent auf 11,1 Millionen Personen war höher als bei den Männern (+1,0 Prozent) und damit als in der Gesamtheit der so genannten „Kernerwerbstätigen“, berichtete die Wiesbadener Behörde. Hier sind Erwerbstätige im Alter zwischen 15 und 64 Jahren gemeint, die nicht in Schule oder Ausbildung sind und auch keinen Freiwilligendienst leisten.

Frauen sind häufiger in atypischen Beschäftigungsverhältnissen

Allerdings sind Frauen immer noch wesentlich häufiger in den als „atypisch“ bezeichneten Beschäftigungsverhältnissen zu finden als Männer. Dies trifft nach den Zahlen aus dem Mikrozensus auf fast jede dritte erwerbstätige Frau zu, aber nur auf knapp 12 Prozent der Männer. Von den 7,5 Millionen atypischen Beschäftigungsverhältnissen entfielen im vergangenen Jahr rund zwei Drittel (5,1 Mio) auf Frauen. Auch bei den als „normal“ geführten Teilzeitjobs mit mehr als 20 Wochenstunden sind die Frauen mit einem Verhältnis von 3,4 Millionen zu 460.000 Männern deutlich in der Überzahl.

Als Folge droht häufig die Altersarmut

Laut einer im Juni veröffentlichten Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftlichen Böckler-Stiftung haben aber auch jüngere Menschen und Ausländer ein erhöhtes Risiko, in den meist schlecht bezahlten atypischen Jobs zu landen.

Im späteren Leben bekommen sie die Folgen oft zu spüren: Atypische Beschäftigung ist laut dem Sozialverband VdK ein Risiko mit Blick auf die Rente. Viele Frauen verzichten zum Beispiel für die Kindererziehung auf Vollzeitstellen und arbeiten stattdessen in Mini- oder Teilzeitjobs. So erhalten sie später nur eine kleine Rente und seien besonders häufig von Altersarmut betroffen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele verlangte eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Schlüssel zur Bekämpfung von Einkommensarmut bei Frauen. „Wir brauchen dafür etwa den noch intensiveren Ausbau der Kinderbetreuung in Kitas und staatlich finanzierte Auszeiten für die Pflege anderer Menschen“, erklärte sie in Berlin.

Umstrittene Definition der atypischen Beschäftigung

Die Definition der atypischen Beschäftigung ist allerdings umstritten. So wehren sich die Verbände der Zeitarbeitsfirmen gegen die Einordnung, weil sie ihre Leute regulär bei den Sozialversicherungen anmeldeten und unbefristet einstellten. Dem hält der Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) entgegen, dass Leiharbeiter wie Mini-Jobber häufig unter ihrer eigentlichen Qualifikation eingesetzt würden. In der amtlichen Statistik sind außerdem knapp 3,5 Millionen Selbstständige enthalten, von denen wiederum nur gut die Hälfte (1,9 Mio) als Solo-Unternehmer unterwegs ist.

Flexible Beschäftigungsformen wie Minijobs sind aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) aber auch unverzichtbar für die Arbeitsmarktdynamik: Sie erleichterten den Einstieg in Arbeit und böten neue Beschäftigungsperspektiven für gering Qualifizierte und Langzeitarbeitslose, hatte der Verband erklärt.

Weitere Informationen

docs.dpaq.de
Bericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung (PDF)

www.dgb.de
DGB zu Leiharbeit

www.destatis.de
Mitteilung Destatis

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