Sicherer Hafen Gold? 6 Tipps für Anleger
Spezielle Anlageklasse: Gold bringt keinen laufenden Ertrag
„Wer heute in das Edelmetall investiert, muss deshalb auch damit rechnen, dass er erhebliche Verluste erleiden kann“, sagt Christian Dagg, geschäftsführender Gesellschafter der Brilliant Vermögensverwaltung.
Noch viel wichtiger: Gold bringt keine laufenden Erträge – im Gegensatz zu Aktien, Anleihen oder Immobilien. Denn diese werfen entweder Dividende, den festgeschriebenen Zins, oder Mieteinnahmen ab. Die fehlende laufende Einnahme habe laut Vermögensverwalter Dagg einen Nebeneffekt: „Weil es keinen Cashflow bringt, ist es nämlich auch nicht möglich, festzustellen, ob Gold gerade billig, teuer oder fair bewertet ist.“
Individuelle Anlagestrategie in turbulenten Zeiten beibehalten
In der Geschichte habe sich immer wieder gezeigt, dass die meisten Rohstoffe, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust bereinigt, auf lange Sicht stetig billiger werden, sagt Dagg. Darum sei es sehr viel sinnvoller, sein Geld mit einem langfristigen Anlagehorizont und gut gestreut in Aktien zu investieren. Unabhängig von der kurzfristigen Marktentwicklung zahle es sich daher aus, an der zu den individuellen Bedürfnissen und der persönlichen Risikoneigung passenden Anlagestrategie festzuhalten.
Alternative: Gold-ETC statt Barren und Münzen
Dagg rät daher dringend davon ab, in turbulenten Marktphasen alle Wertpapiere panikartig zu verkaufen und das Vermögen in Gold umzuschichten. Es spreche aber nichts dagegen, „Gold als eine Art Wertspeicher zu betrachten und einen kleinen Teil des eigenen Vermögens dort zu investieren“, so Dagg. Wer das tun möchte, sollte folgende sechs Hinweise des Bankenverbands BdB beachten:
1. Auf den Anbieter achten
Egal ob Barren oder Münzen – Gold sollte stets bei einem seriösen Anbieter gekauft werden. Banken etwa garantieren für die Echtheit der von ihnen angebotenen Goldbarren und Goldmünzen.
2. Preis mit Kurs vergleichen
Der Preis für Anlagegold hängt ab vom Gewicht, dem Feingoldgehalt und der Prägung. Er sollte nicht mehr als zehn Prozent über dem aktuellen Goldpreis liegen – darum ist es wichtig, den aktuellen Kurs zu kennen.
3. Barren sind günstiger
Barren liegen preislich näher am Materialwert des Goldes als Anlagemünzen. Der Grund: Sie sind weniger aufwendig in der Herstellung. Sammlermünzen können aufgrund ihrer Seltenheit unabhängig vom Goldpreis im Wert steigen.
4. Auf die Stückelung achten
Mini-Goldbarren mit dem Gewicht von einem Gramm gibt es schon für rund 50 Euro. Mit zunehmender Stückelung sinkt der Preis. Mehr Gold fürs Geld gibt es auch bei Anlagemünzen: Eine Münze zu einer Unze Gold ist deutlich preiswerter als zehn Münzen zu je einer Zehntelunze.
5. Steuern nicht vergessen
Gold in Form von Barren oder Münzen, das sich als sogenanntes Anlagegold qualifiziert, ist von der Umsatzsteuer befreit. Wer Gold innerhalb eines Jahres mit Gewinn veräußert, muss diesen aber mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Zumindest dann, wenn die jährliche Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte von 600 Euro erreicht wird.
6. Gold sicher deponieren
Goldbarren und -münzen sind bei Einbrechern sehr beliebt. Größere Mengen davon sollte man daher besser nicht zu Hause aufbewahren. Sicherer sind die Goldstücke etwa in einem Tresor oder Bankschließfach aufgehoben.
