Berlin/Frankfurt am Main (sth). Immer weniger Bürgerinnen und Bürger sorgen mithilfe eines Riester-Vertrags privat für das Alter vor. Wie aus am Montag veröffentlichten Daten des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) hervorgeht, sank die Zahl der staatlich geförderten Vorsorgeverträge bis Ende 2023 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 360.000 auf 15,51 Millionen. Damit war die Zahl der laufenden Riester-Verträge im sechsten Jahr in Folge rückläufig. Beim bisherigen Höchststand Ende 2017 hatten noch etwas mehr als 16,6 Millionen Beschäftigte und andere Förderberechtigte mit “Riester” für zusätzliche Einkünfte im Alter gespart - rund 1,1 Millionen mehr als zum Jahresschluss 2023.
Den neuen Daten zufolge verloren vor allem die Riester-Rentenversicherungen, die rund zwei Drittel aller Riester-Verträge ausmachen, an Boden. Ihre Zahl sank 2023 gegenüber dem Vorjahr um fast 240.000 auf rund 10,25 Millionen. Riester-Fondsverträge mussten mit einem Minus von knapp 50.000 fast ebenso deutliche Einbußen wie Wohn-Riesterverträge, deren Zahl um etwa 58.000 geringer war als im Vorjahr. Die Zahl der Riester-Banksparpläne sank um rund 18.000.
Die anhaltend rückläufige Bereitschaft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Geld in die nach dem früheren Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannte geförderte Altersvorsorge zu investieren, setzt die Bundesregierung bei ihren Plänen zu einer Reform der Vorsorgeförderung weiter unter Druck. Zwar hatte die “Fokusgruppe private Altersvorsorge” Mitte vergangenen Jahres Vorschläge für eine Reform der staatlich unterstützten Altersvorsorge unterbreitet. Allerdings sprachen die Expertinnen und Experten ihre Empfehlungen nur mit Mehrheit aus. Vor allem die Frage, ob die Zusatzeinkünfte zur gesetzlichen Rente weiterhin vor allem als lebenslange Rente fließen sollen, oder ob die Sparer künftig auch flexibel mit ihrem angesparten Kapital umgehen können, blieb in der Expertenkommission umstritten.
In der vergangenen Woche kündigte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) eine zügige Reform der staatlichen Altersvorsorgeförderung an.
