Frankfurt am Main (bd). Der Trend zu steigenden Zinsen macht sich nun auch langsam bei Lebensversicherungen bemerkbar. Mehrere Versicherer haben angekündigt, 2023 die laufende Verzinsung zu erhöhen.
Dem Branchenportal versicherungsjournal.de lagen mit Stand 9.12. Meldungen von 15 Anbietern vor, die in Summe etwa 50 Prozent Marktanteil darstellen. Die meisten erhöhen die laufende Verzinsung.
Mit 0,85 Prozentpunkten fällt das Plus am deutlichsten bei Signal Iduna aus. Die Bayern-Versicherung bietet 0,75 Prozentpunkte mehr, ebenso R+V beim Produkt „Safe+Smart“. Marktführer Allianz legt 0,2 Prozentpunkte drauf.
Garantiezins verharrt im Keller
Die laufende Verzinsung ist die Summe aus der Überschussbeteiligung und dem Garantiezins (Höchstrechnungszins). Während die Überschussbeteiligung von Versicherer zu Versicherer je nach Geschäftsentwicklung variiert, ist der Garantiezins eine feste, vom Bundesfinanzministerium vorgegebene Größe.
Wer einen Vertrag in den späten 90er-Jahren abgeschlossen hat, konnte sich noch einen Garantiezins von 4 Prozent sichern. Seitdem ging es bergab. Seit 2022 liegt der Garantiezins für Neuverträge auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.
Daran wird sich voraussichtlich so schnell nichts ändern. Gewöhnlich orientiert sich das Ministerium an der Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung. Und die hatte sich bereits im Vorjahr und zuletzt erst von wenigen Tagen dafür ausgesprochen, den Garantiezins nicht anzutasten.
