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Altersvorsorge mit Fonds: Für wen ist das die richtige Wahl?

Vorsorgesparer möchten der Altersvorsorge den Rendite-Kick geben, damit eine möglichst attraktive Zusatzrente entsteht. In den Fokus geraten dabei schnell Fonds, die eine überdurchschnittliche Rendite bei überschaubarem Risiko zu versprechen scheinen. Aber was muss ich für die Altersvorsorge mit Fonds wissen?

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Hände umrahmen ein Sparschwein. Bild: IMAGO / Panthermedia

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Diese Produkte stehen zur Auswahl

Wer seine Altersvorsorge mit Fonds auf- und ausbauen will, hat eine immense Auswahl an Produkten, die seinen Sparzielen entsprechend eingesetzt werden können. Wir zeigen hier, welche Produkte es gibt.

Fondssparpläne

Wer für die Altersvorsorge auf Fondssparpläne setzt, hat zwei Möglichkeiten: klassische, aktiv gemanagte Fonds und sogenannte Indexfonds. Die klassischen Fonds haben das Ziel, eine Performance zu erreichen, die den Vergleichsindex übertrifft – so müssen bei einer entsprechenden Ausrichtung zum Beispiel der DAX oder der EURO Stoxx 50 übertroffen werden.

Bei den aktiv gemanagten Fonds ist es am Fondsmanagement, eine Aktien-Auswahl zu treffen, die den Index übertrifft – und gleichzeitig noch die Kosten zu erwirtschaften, die das Management verursacht. Die Praxis zeigt, dass dieser Spagat oft nicht gelingt und die Performance hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Mit den börsengehandelten Indexfonds (sogenannte ETF, Exchange Trades Funds) setzen Anleger darauf, den entsprechenden Index nachzubilden und haben damit eine transparente Wertentwicklung. Steigt der, legt auch das eigene Fondsvermögen zu – sinkt der Bezugsindex, gilt das auch für das Ersparte.

Für die Altersvorsorge haben sich diese Fonds bewährt, denn die Kostenstruktur ist attraktiv, die Gebühren gering. Zudem muss kein Sparer aktiv Zeit für die Auswahl der richtigen Fonds aufwenden: Er partizipiert ohne Auswahl von Aktien oder Fonds an der Wertentwicklung des entsprechenden Indexes.

 

ETF: Physisch oder synthetisch?

Die börsengehandelten Indexfonds können auf zwei Arten gebildet werden. Entweder legt der Fonds sich tatsächlich genau die Aktien ins Portfolio, die auch den Index ausmachen. Die entsprechenden Aktien müssen dann jeweils im entsprechenden Verhältnis ge- und verkauft werden.

Die Alternative: Offiziell wird zwar die Indexentwicklung garantiert, im Portfolio aber liegen ganz andere Papiere, die die Rendite erwirtschaften sollen. Im Hintergrund werden dann auch Aktien verliehen, um die Rendite zu optimieren. Manchen Anlegern ist das suspekt, allerdings gehen Experten hier nicht unbedingt von einem höheren Risiko aus.

 

Fondsgebundene Rentenversicherungen

„Ich will die Börsenchancen nutzen und gleichzeitig eine lebenslange Rente sicherstellen.“ Mit diesem Anlegerwunsch lässt sich die Funktionsweise einer fondsgebundenen Rentenversicherung gut beschreiben. Denn Fondspolicen ermöglichen es, das angesparte Kapital in eine Rente umzuwandeln, die lebenslang garantiert ausgezahlt wird. Es ist auch die Vereinbarung einer Rentengarantiezeit möglich, bei der die vereinbarte Rente auch dann weitergezahlt wird, wenn der Versicherte vorzeitig stirbt. Gleichzeitig ist es möglich, die Vorsorge invaliditätssicher zu machen, sodass bei Berufs- und Erwerbsunfähigkeit die Prämien für die Vorsorge von der Versicherung weitergezahlt werden.

Dazu kommen zahlreiche Optionen, die den Schutz für jeden Sparer individuell interessant machen: So kann eine Kapitalrückgewähr vereinbart werden: Im Todesfall des Versicherten erhalten die Hinterbliebenen den Wert der bis dahin erworbenen Fondsanteile ausgezahlt. Und selbst nach Rentenbeginn kann eine Auszahlung des Kapitals abzüglich bereits geleisteter Renten vereinbart werden.

Viele Vorteile und Bonuspunkte für die fondsgebundene Rentenversicherung – aber was steht auf der Sollseite? Vor allem können die Kosten zur Last werden: Denn die Sparer werden mit den Verwaltungs- und Abschlusskosten belastet, die meist höher sind als bei einem reinen Fondssparplan. Helfen können hier sogenannte Nettopolicen, die ohne Abschlussgebühren kalkuliert sind. Bei Abschluss erhält der Vermittler vom Kunden ein Honorar, das deutlich geringer ist als bei einer klassischen Courtage. Die Verträge generieren dadurch deutlich mehr Rendite. 

 

Bei Versicherungen gilt: Nettopolicen sind der bessere Weg

Vor der Wahl einer fondsgebundenen Versicherung steht vor allem anderen die Beratung, welche der Policen für Sie infrage kommt. Wählen Sie für die Beratung jemanden ‒ zum Beispiel einen Versicherungsberater oder -makler –, der Ihnen eine Auswahl bieten kann und nicht auf ein oder wenige Produkte festgelegt ist.

Und entscheiden Sie sich für eine Honorarberatung bzw. -vermittlung statt einer Vermittlung, für die der Berater eine Provision bekommt. Sie zahlen zwar so ein Honorar für die Beratungsleistung, aber Sie bekommen Zugang zu Netto-Policen, die ohne Vertriebs- und Abschlusskosten kalkuliert sind. Und erfahrungsgemäß lohnt es sich, die Beratung selbst zu zahlen, dafür aber eine deutlich renditestärkere Police zu erhalten.

 

Geförderte Fonds-Lösungen

Vor allem die Riester-Rente kombiniert das Thema Fonds mit der staatlich geförderten Vorsorge. Die meisten Versicherten schließen eine fondsgebundene Rentenversicherung ab, die einen Teil der Einzahlungen in Fonds investiert. Die Alternative ist das Riester-Fondssparen mit einem Fondssparplan. Und auch die Basis- oder sogenannte Rürup-Rente kann mit Fonds bespart werden. 

Welche Lösung ist für mich geeignet?

Ist die Entscheidung für eine Altersvorsorge mit Fonds erst einmal gefallen, stellt sich die Frage nach dem „richtigen“ Produkt. Hier die Vor- und Nachteile im Überblick – steuerliche Erwägungen inklusive.

Fondssparpläne

Grundsätzlich muss Ihnen eines klar sein, wenn Sie auf Fondssparpläne setzen wollen: Sie haben Aufwand, denn Sie gehen eine Verpflichtung ein, Ihre Geldanlage und Altersvorsorge im Blick zu behalten. Dem steht aber auch ein attraktiver Lohn gegenüber: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass über einen Zeitraum von zwei oder drei Jahrzehnten im Schnitt sechs bis acht Prozent erwirtschaftet werden – die werden Sie kaum mit einer anderen Anlage erreichen. Und so können Sie Ihr Altersvorsorgeziel schon mit kleinen Sparbeiträgen erreichen.

Ein weiteres Plus der Fondssparpläne ist das hohe Maß an Flexibilität gegenüber vielen anderen Anlageformen: Sie können ohne Probleme die monatlichen Sparbeiträge aussetzen oder verändern, ohne dass dabei zusätzliche Kosten entstehen. Damit kann Sie Ihre Altersvorsorge nicht in finanzielle Probleme bringen, weil die Beiträge gezahlt werden müssen. Fondssparen lässt Sie als Anleger auch besonders geschützt dastehen: Denn Sie sind nicht betroffen, wenn eine Fondsgesellschaft einmal Pleite gehen sollten. Denn alle Wertpapiere, die Fondsmanager kaufen, gehören Ihnen als Besitzer der Fondsanteile, nicht der Fondsgesellschaft.

Es gibt nie den richtigen Zeitpunkt, mit der Altersvorsorge zu beginnen – behaupten viele. Tatsache ist: In Zeiten hoher Kurse zahlen Sie viel für Fondsanteile, sind die Kurse niedrig, steigen Sie günstig ein, aber es bleibt die Angst vor einer dauerhaften Baisse. Fondssparen minimiert dieses Risiko: Sie kaufen monatlich Anteile – bei hohen Kursen weniger, bei niedrigen Kursen mehr. Über die Jahre aber bildet sich daraus ein attraktiver Durchschnittswert, der die Basis einer guten Rendite bilden kann.

Sie sehen: Es gibt neben dem Argument des Aufwands viele Gründe, die für das Fondssparen sprechen – der gewichtigste Grund dagegen ist natürlich aber noch unerwähnt: das Kursrisiko. Niemand kann Ihnen garantieren, dass die Kurse gerade dann günstig stehen, wenn Sie in Rente gehen wollen. Sie haben immer ein Restrisiko, dass Sie Verluste erleiden – und hier schließt sich der Kreis: Dieses Risiko lässt sich nur mit Aufwand minimieren, indem Sie frühzeitig umschichten und Kursgewinne sichern.

Ein ärgerlicher Punkt ist die steuerliche Behandlung der Fondssparpläne mit einer Schlechterstellung gegenüber den Versicherungsprodukten: Denn für die Erträge aus einem Fondssparplan muss Abgeltungssteuer gezahlt werden. Da es sich im Allgemeinen um thesaurierende Fonds handelt, führt die inländische Fondsgesellschaft auf die laufenden Erträge die Abgeltungsteuer jährlich ab, wodurch sich das Anlagekapital vermindert – der Zinseszinseffekt wird geschmälert. Gleichzeitig wird auf die Erträge aus Verkäufen, die zum Beispiel durch sinkende Kurse notwendig werden, auch Abgeltungssteuer fällig. Auch hier nagt die steuerliche Schlechterstellung am Zinseszins.

Fondsgebundene Rentenversicherungen

Fondsgebundene Rentenversicherungen gelten nicht umsonst als die Börsen-Chance für die Bequemen: Sie eröffnen Zugang zu Fonds- oder Indexanlagen, ohne dass der Anleger sich um die Anlage kümmern muss. Die Versicherungsgesellschaft übernimmt das Management, garantiert auf Wunsch den Erhalt des Kapitals oder eines Teils davon bei Rentenbeginn und ermöglicht sogar die Chancen, Fonds oder ETFs selber zu wählen und jederzeit zu wechseln, um eigene Strategien verfolgen zu können. Grundsätzlich haben die fondsgebundenen Rentenversicherungen damit deutlich höhere Ertragschancen als klassische Rentenversicherungen, die konservativer anlegen (müssen).

Dazu kommt ein Steuerplus: Die gesamten Erträge wie Zinsen, Dividenden, und realisierte Kursgewinne müssen Sie – anders als bei einer Fondsanlage – nicht zum Zeitpunkt der Realisierung versteuern, sondern erst am Ende der Vertragslaufzeit. Dazu genießen Rentenversicherungen ein weiteres Steuerprivileg: Bei Kapitalauszahlung muss nur die Hälfte der Erträge versteuert werden – bei einer Verrentung wird die Rente nur mit einem besonders günstigen Steuersatz belegt.

Bleibt die Frage nach den Nachteilen, und Tatsache ist: Die Versicherer lassen sich die Faulheit und Bequemlichkeit natürlich bezahlen. Die fondsgebundenen Policen gelten als teurer, vor allem im Vergleich zu Fondssparplänen. Wer dennoch die Vorsorgeverwaltung an eine Versicherung abgeben will, braucht eine umfassende Beratung, die neben der Wahl des richtigen Produktes vor allem die Kostenfrage behandelt.

Geförderte Fonds-Lösungen

Das größte Plus der mit dem Riester- oder Rürup-Modell geförderten Vorsorgemodelle ist natürlich die Förderung selbst: Hohe Steuervorteile und Zulagen ermöglichen eine deutlich attraktivere Rendite in der Ansparphase als es bei ungeförderten Modellen denkbar wäre. Die Kehrseite der Medaille: Der Staat holt sich in der Rentenphase die gewährten Vorteile wieder zurück und besteuert die Renten: Bei der Riester-Rente ist der gesamte Betrag steuerpflichtig, bei der Rürup-Rente gelten die Regelungen, die auch für die gesetzliche Rente gelten: Bis 2058 steigt die Steuerbelastung auf dann 100 Prozent ‒ sämtliche Rentensteigerungen werden zudem schon jetzt immer voll besteuert!

Natürlich ist die nachgelagerte Besteuerung kein echter Nachteil, sondern im System der Förderung so angelegt – nachteilig ist aber durchaus die mangelnde Flexibilität. Während Sie die fondsgebundene Riester-Rente – egal, ob als Versicherung oder Fondssparplan – noch kündigen können und im Alter zumindest einen Teilbetrag von bis zu 30 Prozent kapitalisieren dürfen, ist die Rürup-Rente noch restriktiver: Sie haben kein Kapitalwahlrecht, keine Kündigungsmöglichkeit und können über das Kapital in keiner Form verfügen – auch nicht durch Beleihungen, etwa für den Kauf einer Immobilie.

Dazu kommt, dass beim Rürup-Modell – anders als bei der Riester-Rente – keine Kapitalgarantie „eingebaut“ ist. Gerade bei Fondssparplänen gibt es damit kein Sicherheitsnetz für Ihre Altersvorsorge, und das Fondsvermögen kann durch sinkende Kurse abstürzen. Die Versicherungslösungen sehen hierfür oft Garantiemodelle vor, die aber auch den Schutz wieder deutlich verteuern.

 

Förderung im Überblick

Riester
Grundzulage: 154 Euro (175 ab 2018)
Kinderzulage: 185 Euro, 300 Euro für ab dem 1.1.2008 Geborene
Einmalzulage für Jugendliche bis 25: 200 Euro
Absetzbarkeit aller Beiträge bis zu 2.100 Euro als Sonderausgaben

Rürup
Beiträge sind bis zu 27.565 Euro (Ehepaare 55.130 Euro; Stand 2024) absetzbar – anerkannt werden seit 2023 100 Prozent der eingezahlten Beiträge.
(Siehe dazu auch Themenschwerpunkt Rürup-Rente)

Altersvorsorge mit Fonds: Schritt für Schritt

Wenn Sie sich für eine Fondsanlage – in welcher Variante auch immer – entschieden haben, gilt es, aktiv zu werden. Was auf Ihrer To-do-Liste stehen sollte, erfahren Sie hier.

 

Fondssparpläne: Ohne Depot geht es nicht

Das richtige Depot – und vor allem seine Kostenstruktur – beeinflusst den Erfolg und damit auch die Rendite Ihrer Fondssparpläne nachhaltig. Achten Sie bei der Depoteröffnung auf diese Punkte:

Online Broker oder Hausbank?
Wer selbstständig seine Fondssparpläne einrichten und verwalten möchte, fährt meist mit einem Online-Broker am besten, der mit „Self-Service“ in der Regel die günstigsten Konditionen offeriert.

Transaktionskosten im Blick behalten
Bei der Auswahl Ihrer Depotbank sollten Sie vor allem einen Blick auf die Transaktionskosten richten: Beim Kauf von Fondsanteilen fallen Gebühren an – entweder in Form eines Ausgabeaufschlages oder beim Kauf über die Börse als Orderprovision, Handelsplatzgebühren und Maklercourtage. Grundsätzlich sollte Ihre Depotbank Ihnen beide Kaufoptionen – über die Fondsgesellschaft direkt oder über die Börse – ermöglichen, damit Sie die kostengünstigste Lösung wählen können. Außerdem sollte es möglich sein, Fonds zu reduzierten oder ganz ohne Ausgabeaufschläge kaufen zu können – die Aufschläge können nämlich bis zu sechs Prozent ausmachen, die Sie erst einmal erwirtschaften müssen, um wieder Ihren investierten Betrag zu erreichen.

Handelsoptionen sichern
Wenn Sie langfristig in Eigenregie Fondssparpläne besparen und verwalten möchten, werden Sie mit Limits arbeiten wollen. Damit legen Sie vor allem fest, dass bei einem Kursrutsch der Verkauf der Fondsanteile automatisch eingeleitet wird. Achten Sie darauf, dass für das Einrichten, Anpassen und Streichen dieser Limits keine zusätzlichen Gebühren anfallen. Ideal sind dynamische Limits, die sich dem Kursverlauf anpassen – so können Sie zum Beispiel vorgeben, dass die Fondsanteile verkauft werden, wenn der Gesamtgewinn unter eine vorgegebene Marke fällt. So stellen Sie sicher, dass Sie niemals mit Verlust aus dem Sparplan gehen.

Angebotspalette im Blick behalten
Für das Vorsorgesparen ist ein möglichst breites Angebot an Fonds und Fondssparplänen ein wichtiges Kriterium. Prüfen Sie vor Depoteröffnung insbesondere, wie viele Fonds Sie – direkt oder als Sparplan – kaufen bzw. handeln können.

Kostenlose Depotführung ist ein Muss
Es gibt immer noch – nicht wenige – Geldinstitute, die alleine für das Eröffnen eines Depots eine Grundgebühr verlangen. Sparen Sie sich diese unnötigen Kosten, und eröffnen Sie das Depot auf jeden Fall bei einem Anbieter, der Ihnen die Depotführung kostenfrei anbietet.

Worauf muss ich in der Ansparphase achten?

Wenn Sie sich für eine Altersvorsorge mit Fonds entscheiden oder entschieden haben, gilt es, die Vorsorge auch während der Ansparzeit im Auge zu behalten, um die Rendite zu optimieren.

Fondsgebundene Versicherungen: Heute schon an morgen denken

Bei fondsgebundenen Versicherungen – egal, ob mit oder ohne Förderung ‒ gibt es eine garantierte Auszahlung zum Vertragsende nur im Hinblick auf die eingezahlten Beiträge. Hat sich das Fondsvermögen im Laufe der Jahre hoffentlich gut entwickelt, können Sie es sich zum Vertragsende auszahlen oder es verrenten lassen. Wichtig ist es, zum Ende der Vertragslaufzeit die Gefahr von sinkenden Kursen zu minimieren und trotzdem die Rendite hochzuhalten.

Das richtige Mittel dazu nennt sich Umschichten: raus aus riskanteren Fonds, hin zu sicheren Anteilsscheinen. Die Versicherungsgesellschaften bieten Ihnen dafür die Möglichkeit, auf ein sogenanntes aktives Ablaufmanagement zurückzugreifen. Damit wird das aufgelaufene Fondsvermögen ganz oder teilweise in sicherheitsorientierte Anlagen überführt.

Die Versicherungen bieten an, diesen Vorgang für Sie zu übernehmen, und schichten nach und nach um – mit dem noch in rentableren Fonds investierten Teil haben Sie so die Möglichkeit, die Rendite zu optimieren, während Sie nebenbei Ihr Kapital „in Sicherheit bringen“. Alternativ binden andere Versicherer Sie aktiv in die Umschichtung ein und stimmen die einzelnen Schritte mit Ihnen ab.

Ihre Alternative: Sie bestimmen den Auszahlungsbeginn Ihres Kapitals oder eines Teils davon selbst innerhalb der vereinbarten Auszahlungsphase und schichten manuell in sicherere Anlagen um. Der Vorteil: Sie bleiben meist länger in renditestarken Fonds investiert als beim Ablaufmanagement der Versicherer. Das Problem: Erwischen Sie in den letzten Jahren der Vertragslaufzeit eine schlechte Börsenphase, verliert Ihr Fondsvermögen stark an Wert, wenn (noch) nicht umgeschichtet wurde.

Fondssparpläne: Hier sind Sie gefragt!

Bei Fondssparplänen ist Ihr Engagement während der Ansparphase eher gefragt als bei Versicherungslösungen: Kein Versicherer sorgt dafür, dass Ihr eingesetztes Kapital erhalten bleibt, am Ende der Vertragslaufzeit ist es immer an Ihnen, das Ablaufmanagement zu gestalten.

Während der Vertragslaufzeit müssen Sie vor allem darauf achten, dass Sie das aufgebaute Kapital mit den bereits erzielten Gewinnen nicht wieder verlieren. Dafür setzen Sie im Idealfall sogenannte Stop-Loss-Marken, die einen automatischen Verkauf bei fallenden Kursen auslösen. Das funktioniert so: Sie haben über fünf Jahre insgesamt 800 Anteile eines Fonds erworben, die Sie im Schnitt für zwölf Euro gekauft haben. Derzeit steht der Kurs bei 14,50 Euro – eine erzielte Rendite von rund 21 Prozent, die Sie zumindest zum Teil auch nicht wieder hergeben wollen. Sie setzen die Stop-Loss-Marke bei 13,50 Euro – damit wird automatisch der Verkauf der Anteile eingeläutet, wenn der Kurs unter 13,50 Euro sinkt. Das bedeutet: Bei einem Verkauf für 13,50 Euro sichern Sie sich eine garantierte Rendite von 12,5 Prozent.

Zu Beginn eines Sparplans hilft die Stop-Loss-Marke auch dabei, Verluste zu vermeiden: Sie beginnen einen Sparplan für einen Fonds, dessen Anteilspreis in den ersten beiden Jahren bei sechs bis sieben Euro liegt. Setzen Sie die Stop-Loss-Marke auf 5,50 Euro, wird bei Erreichen dieser Marke verkauft und Sie begrenzen den Verlust auf maximal 1,50 Euro pro Anteil.

Spätestens mit Mitte 50 sind Sie dann als Ablaufmanager gefragt – Sie müssen das aufgebaute Kapital mit seinen Renditen umschichten in sichere Anlagen. Das können weniger volatile (schwankende) Fonds sein, die den Kapitalerhalt ermöglichen – etwa Geldmarkt- oder Rentenfonds. Oder Sie entnehmen Kapital und legen es festverzinslich an.

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