Berlin (bd). Die überwiegende Mehrheit der jungen Erwachsenen weiß, dass sie zusätzlich fürs Alter vorsorgen muss. Allerdings betreibt nur eine Minderheit regelmäßige Altersvorsorge. Eine mögliche Ursache: Nur wenige glauben, sich gut genug mit dem Thema auszukennen. Das ergibt sich aus der aktuellen MetallRente Jugendstudie, die nun in ihrer fünften Auflage erschienen ist.
Ergebnisse der Studie
Für die repräsentative Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ hat das Forschungsinstitut Kantar Menschen im Alter von 17 bis 27 Jahren befragt. Die wichtigsten Ergebnisse:
- 78 Prozent der Befragten treibt die Sorge um, im Alter nur eine niedrige Rente zu bekommen und arm zu sein. Die Angst ist vor allem bei Frauen präsent.
- Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der zusätzlichen Altersvorsorge ist da. 90 Prozent der jungen Erwachsenen haben erkannt, dass sie zusätzlich vorsorgen müssen.
- Die überwiegende Mehrheit von 86 Prozent spart hin und wieder Geld. Aber nur gut die Hälfte – 51 Prozent – spart fürs Alter, das sind 4 Prozentpunkte weniger als 2010. Die Zahl derer, die das auch regelmäßig tun, ist noch geringer: nur 37 Prozent.
- Frauen sparen seltener regelmäßig als Männer fürs Alter. Die Rate sinkt sogar. Waren es 2010 noch 39 Prozent der Frauen, ist die Zahl 2022 auf 29 Prozent gesunken.
- Umgekehrter Trend bei den Männern: Von ihnen legen mittlerweile 45 Prozent regelmäßig Geld zurück. 2019 waren es nur 33 Prozent.
- Nur eine Minderheit von 31 Prozent glaubt, dass sie sich in Fragen der Altersvorsorge gut oder sogar sehr gut auskennt, 40 Prozent der Männer und nur 22 Prozent der Frauen. Geht es um finanzielle Themen allgemein, liegt die Rate mit 62 Prozent deutlich höher.
- Das Wissen über die staatliche Altersvorsorge bleibt ausbaufähig. Nur 39 Prozent der jungen Erwachsenen glaubt, anderen den Begriff „betriebliche Altersvorsorge“ erklären zu können – genauso viele wie 2010. Beim Begriff „Riester-Förderung“ trauen sich das sogar nur 23 Prozent zu. 2010 waren es immerhin noch 36 Prozent.
Wenig regelmäßige Altersvorsorge bei jungen Menschen
„Junge Erwachsene haben einen realistischen Blick auf ihre Vorsorge. So viele wie nie zuvor investieren ihr Geld in Aktien und Fonds. Denn die Angst vor Altersarmut ist präsent. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an die Politik weiter an, für eine auskömmliche Rente für die eigene Generation zu sorgen", hebt Klaus Hurrelmann, wissenschaftlicher Leiter und zusammen mit Heribert Karch und Christian Traxler Herausgeber der Studie, hervor.
Karch kritisiert den über 20 Jahre währenden Reformprozess: „Regelmäßige Altersvorsorge erreicht nur eine Minderheit junger Erwachsener. Einem Teil fehlen hierfür schlicht die Mittel."
Die MetallRente Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“ ist nach Angaben der Macher die größte repräsentative Langzeituntersuchung junger Menschen in Deutschland zum Themenkomplex Finanzen und Vorsorge. Im Mai 2022 ist sie in ihrer fünften Auflage erschienen. Seit 2010 werden für die Studie im Abstand von drei Jahren jeweils rund 2500 junge Erwachsene im Alter zwischen 17 und 27 Jahren zu ihren Vorstellungen für die persönliche Zukunft, ihrem Sparverhalten, ihren finanziellen Kenntnissen sowie zu ihren Einstellungen und persönlichen Strategien zur Altersvorsorge befragt.
Mehr Informationen zur Studie unter www.jugendstudie.info.
