Ihre-Vorsorge Logo

Dank Finanzplan entspannt im Ruhestand

Viele Menschen werden im Alter nicht mit ihrer gesetzlichen Rente auskommen. Wie viel muss man also zusätzlich vorsorgen? Ein Experte gibt Tipps.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Paar sitzt am Tisch und sichtet und sortiert Unterlagen und Dokumente.

© Nicht definiert

München (dpa/tmn). Mit der gesetzlichen Rente allein wird es für die meisten künftigen Rentner im Alter knapp. Das bedeutet: Um später seinen Lebensstandard halten zu können, muss man einen Plan entwickeln. „Das machen allerdings erstaunlich wenige“, sagt der Finanzexperte und Buchautor Gerd Kommer im Interview mit dem dpa-Themendienst. Dabei ist das mit dem Plan nicht kompliziert und braucht auch nicht viel Zeit.

Frage: Wie kann ich einen Plan für meinen Ruhestand entwickeln?
Interviewer
Sie müssen sich zuerst einmal mit ihrer finanziellen Ist-Situation auseinandersetzen, also eine Bestandsaufnahme machen. Dazu können Sie an einem Wochenende Ihre Kontoauszüge durchforsten. So können Sie ermitteln, wie viel Sie in etwa ausgeben. Wenn Sie das gemacht haben, haben Sie den ersten Schritt schon gemacht. Denn dann wissen Sie, wie hoch Ihr Finanzbedarf ist.

Außerdem sollten Sie die Vermögenswerte zusammenrechnen, die Sie besitzen – also zum Beispiel Immobilien, Ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und eventuell weitere Lebens- oder Rentenversicherungen. Daraus ergibt sich Ihr Vermögen, das Sie zum Ruhestand zur Verfügung haben. Wichtig dabei, dass die Summen nicht bloß aufaddiert werden. Am besten eignet sich dafür die sogenannte Barwertmethode.
Gerd Kommer
Frage: Was brauche ich denn im Alter wirklich?
Interviewer
Ihre Lebenshaltungskosten werden vermutlich sinken. Eine Faustregel sagt, dass man im Ruhestand etwa 20 Prozent weniger braucht. Allerdings gilt das nicht unbedingt von Anfang an, denn vielleicht werden Sie erst einmal reisen. Das sollten Sie berücksichtigen.

Wichtig sind darüber hinaus zwei Punkte: Unterschätzen Sie nicht Ihre Lebenserwartung und überschätzen Sie nicht das Pflegerisiko.

Bei der Lebenserwartung orientieren sich die meisten an den statistischen Mittelwerten. Die Hälfte aller Menschen wird aber älter, viele fünf oder mehr Jahre älter. Das heißt: Sie brauchen, um sicher zu gehen, entsprechend auch mehr Geld für den Ruhestand. Beim Pflegerisiko ist es andersherum. Das volle Risiko abzusichern, ist sehr teuer – zu teuer für die meisten. Deshalb plädiere ich tendenziell dafür, über die gesetzliche Pflegeversicherung hinaus nichts zu tun.
Kommer
Frage: Aktien im Ruhestand – ist das nicht zu riskant?
Interviewer
Die große Mehrheit der Bundesbürger meidet Aktien, dabei ist das die langfristig ertragreichste Anlagekategorie. Wenn man es richtig macht, gehören Aktien in jedes Portfolio – unabhängig vom Alter. Es gibt eine Faustformel: 100 oder 110 minus Lebensalter ist gleich Aktienanteil. Demnach könnte ein 70-Jähriger also noch 30 Prozent Aktien in seinem Depot haben – vorausgesetzt er kann mit den Kursschwankungen leben.

Wichtig dabei ist, dass das Investment breit gestreut wird, zum Beispiel in einen ETF auf den MSCI World Index, also rund 1600 Einzelwerte. Das kann man kombinieren mit einem Tagesgeld innerhalb der staatlichen Einlagensicherung und sich dann einen Auszahlplan einrichten. Zwischen der jährlichen Entnahmequote und der angenommenen durchschnittlichen Rendite sollte immer ein kleiner Puffer sein, damit das Depot nicht vor seinem Besitzer stirbt.
Kommer

Weitere Nachrichten auf Ihre Vorsorge

Unabhängige Altersvorsorge-Beratung

Die Deutsche Rentenversicherung berät Sie zu Ihren Fragen der Altersvorsorge – kostenlos und vollkommen unabhängig. Was Sie dazu mitbringen müssen, erklärt Jacqueline Müller von der Deutschen Rentenversicherung Hessen.


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Die Sparneigung der Bundesbürger ist im September gestiegen. Konsumforscher führen dies vor allem auf die hohen Energiepreise zurück.

Time
4 Minuten

Wer Steuern hinterzogen hat, kann mit einer Selbstanzeige beim Finanzamt straffrei davonkommen. So funktioniert sie Schritt für Schritt.

Time
2 Minuten

Bargeld spielt in Deutschland traditionell eine große Rolle, doch Verbraucher zahlen immer öfter elektronisch oder per Karte, zeigt eine neue Studie. Andere Länder sind aber weit voraus.

Time
2 Minuten

Sprachkurs, Bewerbungsmappe oder doppelte Miete: Was alles zu den Werbungskosten zählt und wann sich die Ausgaben wirklich auszahlen. Experten-Tipps für die nächste Steuererklärung.

Time
3 Minuten

Frankfurt und München galten lange als gefährdet in Sachen Immobilienblasen. Eine neue Studie sieht die Lage nun deutlich entspannter. Dahinter stecken mehrere Gründe.

Time
2 Minuten

Es zeichnet sich ab, dass Haushalte in diesem Jahr fürs Heizen oft mehr bezahlen müssen als 2025. Wer mit Gas heizt, könnte erstaunlicherweise aber noch Glück haben. Eine neue Studie nennt Gründe.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026