München (dpa/tmn). Mit der gesetzlichen Rente allein wird es für die meisten künftigen Rentner im Alter knapp. Das bedeutet: Um später seinen Lebensstandard halten zu können, muss man einen Plan entwickeln. „Das machen allerdings erstaunlich wenige“, sagt der Finanzexperte und Buchautor Gerd Kommer im Interview mit dem dpa-Themendienst. Dabei ist das mit dem Plan nicht kompliziert und braucht auch nicht viel Zeit.
Außerdem sollten Sie die Vermögenswerte zusammenrechnen, die Sie besitzen – also zum Beispiel Immobilien, Ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und eventuell weitere Lebens- oder Rentenversicherungen. Daraus ergibt sich Ihr Vermögen, das Sie zum Ruhestand zur Verfügung haben. Wichtig dabei, dass die Summen nicht bloß aufaddiert werden. Am besten eignet sich dafür die sogenannte Barwertmethode.
Wichtig sind darüber hinaus zwei Punkte: Unterschätzen Sie nicht Ihre Lebenserwartung und überschätzen Sie nicht das Pflegerisiko.
Bei der Lebenserwartung orientieren sich die meisten an den statistischen Mittelwerten. Die Hälfte aller Menschen wird aber älter, viele fünf oder mehr Jahre älter. Das heißt: Sie brauchen, um sicher zu gehen, entsprechend auch mehr Geld für den Ruhestand. Beim Pflegerisiko ist es andersherum. Das volle Risiko abzusichern, ist sehr teuer – zu teuer für die meisten. Deshalb plädiere ich tendenziell dafür, über die gesetzliche Pflegeversicherung hinaus nichts zu tun.
Wichtig dabei ist, dass das Investment breit gestreut wird, zum Beispiel in einen ETF auf den MSCI World Index, also rund 1600 Einzelwerte. Das kann man kombinieren mit einem Tagesgeld innerhalb der staatlichen Einlagensicherung und sich dann einen Auszahlplan einrichten. Zwischen der jährlichen Entnahmequote und der angenommenen durchschnittlichen Rendite sollte immer ein kleiner Puffer sein, damit das Depot nicht vor seinem Besitzer stirbt.
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