Ihre-Vorsorge Logo

DIW-Studie: Deutlich mehr Börseneinsteiger – dank Homeoffice

Der Zeitgewinn im Homeoffice hat wesentlich dazu beigetragen, dass mehr Menschen an der Börse investieren.

Artikel vorlesen

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Mann sitzt im Homeoffice am Schreibtisch und schaut in die Kamera.

© Nicht definiert

Berlin (diw). Rund fünf Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 das erste Mal eine Aktie gekauft oder in einen Aktienfonds investiert – ein ungewöhnlich starker Anstieg innerhalb eines Jahres. Maßgeblich dafür verantwortlich war die verstärkte Nutzung des Homeoffice im Zuge der Pandemie. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Studie der Abteilung Weltwirtschaft des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), für die die DIW-Ökonomen Lorenz Meister und Lukas Menkhoff Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) ausgewertet haben.

Mehr Menschen mit geringem Einkommen

Demnach besaßen im Jahr 2020 rund 23 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland Aktien. Selbst wenn man berücksichtigt, dass sich der Aktienbesitz nach Geschlecht, Herkunft und Einkommen unterscheidet, hatten im Jahr 2020 im Homeoffice Erwerbstätige eine um 5,7 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit, Aktien zu besitzen. Die größte Rolle für einen Neueinstieg in den Aktienmarkt spielte das Homeoffice im untersten Viertel der Einkommensverteilung. Im oberen Viertel war der Anteil der Neueinsteiger zwar größer, allerdings gab es dort keine Unterschiede zwischen zu Hause und am Arbeitsplatz Erwerbstätigen.

„Homeoffice hat den Zugang zum Aktienmarkt offenbar erleichtert“, sagt Lukas Menkhoff, Co-Autor und Leiter der Abteilung Weltwirtschaft im DIW Berlin. „Dass durch das Homeoffice auch Menschen mit eher niedrigen Einkommen in den Aktienmarkt eingestiegen sind, ist eine gute Nachricht, die langfristig sogar zu einer gleichmäßigeren Einkommens- und Vermögensverteilung beitragen kann“, so Menkhoff.

Ein Grund für den Homeoffice-Effekt auf den Aktienbesitz ist wohl, dass viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer deutlich mehr Zeit hatten als zuvor, da sie nicht ins Büro pendeln mussten. Gut eine Stunde mehr Zeit haben im Homeoffice Erwerbstätige im Durchschnitt zur Verfügung, rund die Hälfte davon verwenden sie für Freizeitaktivitäten. „Der Effekt des Homeoffice auf den Aktienbesitz wurde womöglich durch das Aufkommen sogenannter Neobroker noch verstärkt – also von Online-Plattformen, über die Aktien ohne großen Aufwand und ohne hohe Kosten gehandelt werden können“, sagt Studien-Co-Autor Lorenz Meister. „Auch die im Zuge der coronabedingten Lockdowns gestiegene Sparquote hat womöglich zum Aktienboom beigetragen.“

Neueinsteiger sind jünger und oft mit Migrationshintergrund

Die Neuaktionäre im Jahr 2020 unterscheiden sich von den Altaktionären in verschiedenen Merkmalen. Unter anderem haben die Neueinsteiger ein geringeres durchschnittliches Nettoeinkommen, deutlich geringere Nettovermögen, sind jünger und haben häufiger einen Migrationshintergrund. „Insgesamt können deutlich mehr Menschen von den vergleichsweise hohen Aktienrenditen profitieren“, resümiert Menkhoff. „Die Politik könnte diese Entwicklung unterstützen, zum Beispiel durch mehr finanzielle Bildung im Schulunterricht.“

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
2 Minuten

Die Telekom stellt alte Telefonanschlüsse auf Mobilfunk-Technik um. Welche Alternativen jetzt günstiger sind und worauf Betroffene achten sollten.

Time
2 Minuten

Eine bekannte Betrugsmasche ist wieder auf dem Vormarsch: Kriminelle versuchen, mit täuschend echt aussehenden Bankbriefen an persönliche Daten zu kommen.

Time
2 Minuten

Wärmepumpe statt Ölheizung, Elektroauto statt Verbrenner: Millionen Haushalte investieren bereits in die Energiewende. Doch in vielen Fällen scheitert es am Geld.

Time
2 Minuten

Die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer in Deutschland erreicht einen Rekordwert. Was steckt hinter dem starken Anstieg im vergangenen Jahr?

Time
2 Minuten

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben nach Abzug der Teuerung im Schnitt mehr Geld in der Tasche. Das ist eine gute Nachricht für die Konjunktur. Doch die vielen Krisenjahre wirken nach.

Time
2 Minuten

Im vergangenen Jahr wurden laut „Bau-Monitor“ fast 85.000 Wohnungen weniger gebaut als 2023. Mit Folgen für die gesamte Wirtschaft.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026