München (tö) Die Ära der Negativzinsen geht nach acht Jahren langsam zu Ende. Mehr und mehr Banken und Sparkassen schaffen Negativzinsen ab, kündigen an dies zu tun oder erhöhen zumindest die Freibeträge, oberhalb derer die „Strafzinsen“ fällig sind. Darauf haben das Verbraucherportal biallo.de und das Vergleichsportal Verivox aufmerksam gemacht.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte zuvor angekündigt, ihre Leitzinsen am 21. Juli zu erhöhen. Derzeit müssen Kreditinstitute noch 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Das geben die Banken an ihre Privat- und Geschäftskunden meist weiter. Voraussichtlich schon Anfang September könnte jedoch der Einlagensatz für die Geldhäuser bei der EZB auf null Prozent fallen. Es gilt als höchst wahrscheinlich, dass die Banken und Sparkassen dann selbst auch keine Negativzinsen mehr verlangen werden.
Über 500 Banken verlangen immer noch Negativzinsen
Laut Verivox haben mindestens 44 Banken das sogenannte Verwahrentgelt bereits abgeschafft, entweder komplett oder zumindest für einen Teil der Kunden. Nach Angaben von biallo.de verliert „die Negativzins-Welle aktuell an Dynamik“: Die Zahl der Banken, die in den ersten vier Monaten 2022 ein sogenanntes Verwahrentgelt eingeführt haben, habe sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich reduziert. Mittlerweile kassierten noch 570 Banken und Sparkassen Negativzinsen von Privatkunden.
Sparer und Sparerinnen, die die „Strafzinsen“ berappen müssen, haben inzwischen aber deutlich bessere Möglichkeiten, dieser Zinsfalle zu entgehen, in dem sie ihr Geld verzinst anlegen. Vor allem die Zinsen für Festgeld sind zuletzt kräftig gestiegen. Eine neue Auswertung von biallo.de zeigt zum Beispiel, dass mittlerweile von 365 Sparkassen bundesweit fast die Hälfte inzwischen wieder Festgeldzinsen zahlt.
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