München (tö). Auch Finanzbetrüger wollen von den steigenden Zinsen profitieren. Die Kriminellen werben mit verführerisch hohen Zinsen von zum Beispiel 4,25 Prozent Zinsen für Festgeld mit einer Laufzeit von zwölf Monaten. Doch wer sich von den Angeboten im Internet oder per Mail verlocken lässt, verliert sein eingesetztes Kapital. Vor dieser neuen Betrugsmasche haben jetzt die Verbraucherzentralen gewarnt. Tatsächlich gibt es laut dem Verbraucherportal biallo.de derzeit für Festgeld mit hoher und höchster Sicherheit beim Einlagenschutz Zinsen von bis zu 3,60 Prozent.
Wie die neue Betrugsmasche funktioniert
- Die Finanzgauner richten Webportale nur für betrügerischen Zwecke ein oder geben vor, als Beratungsunternehmen Festgeld-Anlagen zu vermitteln.
- Wer Kontakt zu den Unternehmen aufnimmt, bekommt täuschend echt wirkende Antragsformulare von angeblichen Partnerbanken. Oder wird zu einem (gefälschten) Eröffnungsantrag geleitet, der sich scheinbar auf der Webseite der Partnerbank befindet.
- Den Anlagebetrag sollen die Sparer und Sparenden dann auf ein Konto mit einer ausländischen IBAN überweisen.
„Das Geld wird zwar auf das Konto bei einer realen Bank eingezahlt“, aber das Konto laufe auf den Namen der Betrüger. Das sei möglich, „weil Banken nicht prüfen müssen, wem das Konto gehört. Sie erkennen Überweisungen auch dann an, wenn der angegebene Name nicht mit der angegebenen IBAN zusammenpasst“, heißt es dazu von den Verbraucherzentralen. Auch die angeblichen Partnerbanken wüssten in aller Regel nichts von einer Kooperation mit den Pseudo-Festgeldvermittlern.
Danach breche der Kontakt zu den vermeintlichen Vermittlern ab – dann ist es in der Regel das überwiesene Geld verloren, weil die Finanzgauner den eingezahlten Betrag sofort vom Konto abheben.
Unseriöse Anbieter entlarven
Wie aber lassen sich betrügerische Anlageangebote erkennen? Hier können sich Verbraucherinnen und Verbraucher informieren:
- Bei Zinsversprechen, die sonst keine seriöse Bank gibt, sollten Anleger stutzig werden. Ist auf der Website kein Impressum angegeben, handelt es sich in der Regel um Kriminelle.
- Die deutsche Finanzaufsicht Bafin warnt regelmäßig vor dubiosen Anbietern, die gar keine Erlaubnis haben, in Deutschland Bankgeschäfte zu betreiben oder andere Finanzdienstleistungen zu erbringen. Jede und jeder kann bei der Bafin nach Unternehmen suchen, vor denen die Finanzaufsicht warnt.
- Einen Überblick über dubiose, unseriöse oder sehr riskante Geldanlageangebote verschafft außerdem die Warnliste Geldanlage der Stiftung Warentest.
