München (tö). Wer 2026 eine Eigentumswohnung oder ein Haus kaufen will, sollte sich auf weiter steigende Immobilienpreise und höhere Bauzinsen einstellen. Immobilienexperten und Expertinnen sind sich einig: Wie schon 2025 wird es eher teurer als billiger, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Bei den Bauzinsen könnte sogar die Schwelle von vier Prozent wieder überschritten werden.
Preistrend geht weiter aufwärts
Schon 2025 ging es mit den Kaufpreisen für Wohnimmobilien aufwärts. Dies geht aus den jüngsten Zahlen des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) hervor, die im Gegensatz zu anderen Preiserhebungen auf der Auswertung echter Immobilientransaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten beruhen. Demnach legten die Preise für Wohnimmobilien im Vergleich zum dritten Quartal 2024 binnen eines Jahres um 3,8 Prozent zu, am stärksten in München mit plus 5,3 Prozent.
Dieser Anstieg wirkt sich auch auf die Neuvertragsmieten aus: Diese erhöhten sich dem Verband zufolge auf Jahressicht um durchschnittlich weitere 3,7 Prozent. Der seit dem Frühjahr 2024 bestehende Trend zu höheren Kaufpreisen dürfte im neuen Jahr anhalten – „aufgrund der starken Nachfrage nach Wohneigentum in den Metropolen und Ballungsräumen und dem angespannten Mietmarkt als weiteren Treiber für Kaufvorhaben“, heißt es etwa beim Baufinanzierungsvermittler Interhyp.
Bauzinsen für Hypothekendarlehen steigen
Auch die Kosten für eine Baufinanzierung werden wahrscheinlich steigen. Zuletzt bewegten sich die Bauzinsen für ein Hypothekendarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung sogar Richtung vier Prozent. Der Zinssatz lag laut dem Index des Verbraucherportals biallo.de Ende Dezember 2025 bei knapp 3,8 Prozent, das ist der höchste Stand seit Winter 2023. Ein Jahr vorher waren für zehnjährige Darlehen nur knapp 3,3 Prozent Zinsen fällig.
Hauptgrund für den Aufwärtstrend sind die gestiegenen Renditen für Bundesanleihen und Pfandbriefe, an die sich die langfristigen Hypothekenzinsen orientieren. Weiter Richtung vier Prozent steigende Bauzinsen gelten als wahrscheinlich, weil der deutsche Staat viel Geld für Investitionen in die Infrastruktur und in die Rüstung braucht, das er sich über Anleihen beschafft. „Wenn der Staat mehr Geld am Kapitalmarkt aufnehmen muss, steigen die Renditen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Baufinanzierungen haben kaum noch Luft nach unten, sondern werden tendenziell teurer“, warnt Mirjam Mohr, für den Vertrieb zuständiges Vorstandsmitglied bei Interhyp.
So rechnen laut einer Umfrage des Baukreditvermittlers etwa zwei Drittel der befragen Bankexpertinnen und Experten damit, dass die Bauzinsen im nächsten halben Jahr zulegen werden. Mit sinkenden Hypothekenzinsen rechnet keiner von ihnen. Liegen die Fachleute mit ihren Prognosen richtig, heißt dies für potenzielle Immobilienkäufer: Abwarten und auf sinkende Zinsen zu spekulieren, ist keine gute Option.
Verbraucherschützer warnen aber: Niemand sollte sich vorschnell und unüberlegt zu einer Investition drängen lassen, die womöglich die größte im Leben sein wird.
