Berlin (diw/sth). Auf dem deutschen Immobilienmarkt deutet sich eine leichte Trendwende an: Nach zwei Jahren deutlicher Preisrückgänge haben sich die Kaufpreise 2025 auf hohem Niveau stabilisiert. Baugrundstücke und Einfamilienhäuser waren im bundesweiten Schnitt noch um rund ein Prozent günstiger als im Vorjahr, während die Preise für Eigentumswohnungen um etwa 0,5 Prozent anzogen. Die Mieten stiegen hingegen weiter: Bundesweit legten sie um vier Prozent zu, in den großen Städten sogar um bis zu acht Prozent – sowohl im Bestand als auch im Neubau. Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).
Die Berechnungen basieren laut DIW auf Daten des Immobilienverbandes IVD für die Jahre 1996 bis 2025 für 407 Städte und Gemeinden in Deutschland. „Nach fast zwei Jahren, in denen sich Miet- und Kaufmärkte unterschiedlich entwickelt haben, ist in den meisten Kaufsegmenten ein Tiefpunkt erreicht“, erklärt Studienautor Konstantin A. Kholodilin. „Damit hielt der Preisrückgang nur kurz an.“
Preise weiterhin deutlich über Vorkrisenniveau
Auch wenn die Kaufpreise zuletzt gesunken sind, liegen sie nach Angaben des DIW “weiter deutlich über dem Niveau zu Beginn des Marktaufschwungs 2010”. Einfamilienhäuser kosten demnach heute rund 75 Prozent mehr als damals, Reihenhäuser etwa 84 Prozent, Bauland rund 104 Prozent. Eigentumswohnungen seien sogar um 116 Prozent teurer. Die Mieten seien in der gleichen Zeit um rund 70 Prozent gestiegen. “Eine Immobilie in guter Qualität und Lage kostete zuletzt so viel wie 23 Jahresmieten – der Spitzenwert lag 2022 bei 27”, so die DIW-Forschenden. Dies deute darauf hin, dass die Überbewertungen in einigen Bereichen “noch nicht vollständig korrigiert sind”.
Die angespannte Situation entstehe “durch hohe Nachfrage bei einem Angebot, das nicht Schritt hält”, so das DIW. “Die Bevölkerung wächst, während die Zahl der fertiggestellten Wohnungen weiter sinkt: 2024 wurden nur rund 252 000 Wohnungen gebaut – 14 Prozent weniger als im Vorjahr.” Die Leerstandsquote liegt bundesweit bei 2,5 Prozent, in Metropolen teils bei nur einem Prozent. Bei einer Leerstandsquote unter drei Prozent gilt der Wohnungsmarkt als angespannt.
Die Bauzinsen bleiben der Studie zufolge mit rund 3,8 Prozent deutlich über dem Niveau der Jahre 2012 bis 2022. Das Volumen neu vergebener Wohnungsbaukredite liege weiterhin ein Drittel unter dem Höchststand von 2021. „Die Politik sollte den eingeschlagenen Weg mit dem Bauturbo konsequent fortsetzen und den Wohnungsbau deutlich ausbauen“, empfiehlt DIW-Studienautor Malte Rieth. Besonders wichtig sei dabei, den Wohnungsbau durch gezielte öffentliche Investitionen zu ergänzen, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
