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Altersteilzeit: Vier von fünf nutzen das Blockmodell

Erst voll arbeiten, dann komplett frei haben: So planen die meisten ihre Altersteilzeit. Doch die Rentenreform sieht idealerweise vor, über die ganze Altersteilzeit hinweg halb zu arbeiten, was bei vielen Unmut hervorruft.

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Aktive Senioren fahren Fahrrad. Bild: IMAGO / Westend61

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen - für die meisten bedeutet das idealerweise eine klaren Trennung von Beruf und Ruhestand.

Berlin (dpa). Bisher nutzen etwa vier von fünf Beschäftigten in Altersteilzeit das Blockmodell, das künftig abgeschafft werden soll. Dies geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Sarah Vollath hervor. 2023 machten demnach rund 284.000 ältere Menschen Gebrauch von der Option Altersteilzeit, davon im langjährigen Durchschnitt 82 Prozent im Blockmodell. 

Blockmodell heißt: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten in einer ersten Phase der Altersteilzeit zunächst einige Jahre voll, bekommen aber nur einen Teil des Lohns. Danach erhalten sie in einer zweiten Phase dasselbe Geld weiter, müssen aber nicht mehr arbeiten. Die Rentenkommission empfiehlt, dieses Modell nicht mehr zuzulassen. Zudem soll der mögliche Start einer Altersteilzeit von 55 auf 58 Jahre angehoben werden. Die Spitzen der schwarz-roten Koalition plädieren dafür, die Vorschläge eins zu eins umzusetzen.

Die Linke sieht das kritisch und wollte sich nach eigenen Angaben vorab einen Überblick über die Altersteilzeit verschaffen. Laut Antwort der Regierung machten 2023 rund 189.000 Männer und 95.000 Frauen Gebrauch davon. In 47 Prozent aller Fälle waren sie in Betrieben mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Die Branchen mit der häufigsten Nutzung waren den Regierungsangaben zufolge Energieversorger, Finanz- und Versicherungsdienstleister und das verarbeitende Gewerbe. 

Alternative betriebsbedingte Kündigung?

„Mit dem Blockmodell will die Regierung nicht nur ein beliebtes, sondern vor allem auch ein bewährtes Instrument des sozial abgesicherten und flexiblen Übergangs in den Ruhestand abschaffen“, kritisierte Vollath. „Gerade vor dem Hintergrund des massiven Stellenabbaus in der Industrie ist eine so drastische Einschränkung der Altersteilzeit mehr als fahrlässig.“ Betriebe und Beschäftigte seien verunsichert. Vollath warnt, dass die Abschaffung des Modells zu einem Anstieg betriebsbedingter Kündigungen führen könnte.

Die Alterssicherungskommission betont hingegen in ihren Reformplänen, dass das Blockmodell der Altersteilzeit die Arbeitgeber aus der Verantwortung nähme, die Beschäftigungsmöglichkeiten älterer Arbeitnehmender zu verbessern und die Arbeitsbedingungen altersgerecht auszugestalten. Altersteilzeit im Blockmodell solle daher nicht länger ermöglicht werden, um Frühverrentungsanreize zu verringern und so zusätzliche Beschäftigungspotenziale von Älteren zu sichern. Das Teilzeitmodell könne aber beibehalten werden, da hier Ältere eben nicht frühzeitig aus dem Berufsleben austräten und Beschäftigungspotenziale gesichert würden.  

Ministerium: „Sozialverträglicher Personalabbau weiterhin möglich"

Das Sozialministerium betont hingegen, die Bundesregierung habe „im Blick, dass die Altersteilzeit ein Instrument ist, welches im Rahmen von betrieblichen Umorganisationen eingesetzt werden kann, um Personal sozialverträglich abzubauen“. Die Empfehlung der Rentenkommission „bedeutet nicht, dass die Altersteilzeit abgeschafft werden soll.“ Altersteilzeitvereinbarungen seien weiter möglich, ebenso wie zum Beispiel die „Nutzung von Wertguthaben“. Das sind Konten der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber, auf denen ein Teil des Entgelts oder Arbeitszeit angespart werden können.

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