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Immobilienkäufer: Auch mit hohen Schulden auf der sicheren Seite bleiben

Mit dem Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung ist oft ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko verbunden. Wie Häuslebauer sich dagegen absichern können.

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Neubau eines Einfamilienhauses mit Gerüst. Bild: IMAGO / imagebroker / Helmut Meyer

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Der Erwerb einer Immobilie stellt für viele Menschen einen zentralen Schritt im Leben dar. Neben dem Aufbau eines stabilen Lebensmittelpunkts geht dieser Schritt meist mit einer langfristigen finanziellen Verpflichtung einher. Während sich die Beratung oft auf Zinssätze und Tilgungsmodelle konzentriert, werden mögliche Absicherungsstrategien gegen existenzielle Risiken vielfach vernachlässigt. Dabei beginnt mit der Unterschrift unter dem Darlehensvertrag eine Phase erhöhter Verantwortung, in der unvorhersehbare Ereignisse schnell zur Bedrohung für das gesamte Finanzierungskonzept werden können.

Risikolebensversicherung: Absicherung der Familie und des Partners

Ein Todesfall während der Finanzierungsphase stellt eine der gravierendsten Risiken für Immobilienbesitzer dar. Die verbleibende Darlehensschuld kann Angehörige erheblich belasten, insbesondere wenn ein zentrales Einkommen entfällt. Eine ausreichend ausgestaltete Risikolebensversicherung kann verhindern, dass das Eigenheim im Ernstfall aufgegeben werden muss.

Empfehlenswert ist eine Versicherungssumme, die nicht nur die Restschuld des Kredits, sondern auch zusätzliche Aufwendungen wie Umbaukosten oder fortlaufende Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Zwei Einzelverträge für beide Partner – vornehmlich bei gemeinsamer Finanzierung – bieten Flexibilität im Falle einer Trennung oder veränderter Lebensverhältnisse. Dynamiken und Nachversicherungsgarantien gewährleisten, dass der Schutz auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen wie Gehaltssteigerungen angepasst werden kann.

Ein zusätzlicher Aspekt, der häufig übersehen wird, betrifft die Gestaltung der Vertragsstruktur bei Paaren, speziell wenn diese nicht verheiratet sind. In solchen Fällen empfiehlt sich häufig eine sogenannte Über-Kreuz-Versicherung: Dabei wird der Versicherungsnehmer jeweils die Person, die im Todesfall abgesichert sein soll, während die versicherte Person der jeweils andere Partner ist. Beispiel: Person A schließt eine Versicherung auf das Leben von Person B ab – im Todesfall von B erhält A die Leistung als Versicherungsnehmer.

Diese Struktur hat zwei wesentliche Vorteile:

  1. Die Auszahlung fällt nicht in den Nachlass und wird somit nicht durch Erbansprüche oder Pflichtteilsansprüche gefährdet.
  2. Es kann unter Umständen eine steuerliche Entlastung entstehen, insbesondere im Hinblick auf die Erbschaftssteuer, da die Versicherungssumme nicht als Erbschaft gilt, sondern als eigene Versicherungsleistung.

Die „Über-Kreuz“-Lösung ist vor allem dann sinnvoll, wenn keine gemeinsame Ehe oder eingetragene Partnerschaft besteht oder wenn unterschiedliche gesetzliche Erben vorhanden sind, die nicht automatisch abgesichert sein sollen.

Berufsunfähigkeitsversicherung: Absicherung des größten Vermögens

Deutlich wahrscheinlicher als der Todesfall ist der Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit oder Unfall. Kann das eigene Einkommen nicht mehr durch Erwerbstätigkeit erzielt werden, drohen nicht nur Einschnitte im Lebensstandard, sondern auch ernsthafte Schwierigkeiten bei der Bedienung des Immobiliendarlehens: Denn die Arbeitskraft ist für die meisten Menschen das größte Vermögen. 

Eine Berufsunfähigkeits-(BU-)Versicherung stellt - neben der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente - sicher, dass im Leistungsfall dieses Vermögen geschützt wird und eine monatliche Rente zur Verfügung steht, mit der Kreditraten und laufende Ausgaben gedeckt werden können. Die Höhe der BU-Rente sollte idealerweise mindestens die Darlehensrate plus Lebenshaltungskosten abdecken. Der Abschluss sollte möglichst in jungen Jahren erfolgen, da die Gesundheitsprüfung in dieser Phase häufig unkomplizierter verläuft. Auch hier sollten Tarife mit Nachversicherungsmöglichkeiten und Dynamikkomponenten bevorzugt werden, damit die Absicherung an das steigende Einkommen im Laufe der Karriere angepasst werden kann. 

Krankentagegeld: Überbrückung finanzieller Engpässe bei längerer Krankheit

Während bei kurzer Krankheit die Lohnfortzahlung greift, führt eine längere Arbeitsunfähigkeit oft zu erheblichen Einkommensverlusten – insbesondere bei Selbstständigen oder Angestellten mit hohem Einkommen. Krankentagegeldversicherungen ermöglichen, diese Lücke zu schließen und die Zahlungsfähigkeit über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Die Absicherung gewinnt vor allem dann an Bedeutung, wenn ein Leistungsanspruch aus der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht besteht. Eine frühzeitige Vereinbarung und die Wahl kurzer Karenzzeiten können entscheidend sein, um in einer finanziellen Belastungssituation handlungsfähig zu bleiben.

Absicherung bei Arbeitslosigkeit: Schutz vor Zahlungsausfällen

Der Verlust des Arbeitsplatzes kann eine laufende Immobilienfinanzierung erheblich gefährden. Die monatlichen Raten laufen weiter – selbst wenn das Einkommen auf Arbeitslosengeldniveau sinkt. Eine ungewollte Kündigung oder betriebsbedingte Veränderung kann schnell zur existenziellen Belastung werden.

Zur Absicherung dieses Risikos gibt es zwei Ansätze: Zum einen bieten einige Anbieter sogenannte Zahlungsausfall- oder Restschuldversicherungen an. Diese übernehmen im Fall unverschuldeter Arbeitslosigkeit für einen definierten Zeitraum die Kreditraten. Zum anderen existieren private Arbeitslosenversicherungen, die unabhängig vom konkreten Kreditabschluss abgeschlossen werden können. Sie leisten im Falle der Arbeitslosigkeit eine monatliche Ersatzleistung, die den Einkommensverlust teilweise ausgleicht. Solche Policen setzen in der Regel ein unbefristetes Arbeitsverhältnis voraus und beinhalten Karenzzeiten sowie maximale Leistungsdauern. 

Unabhängig vom gewählten Produkt sollten die vertraglichen Details – insbesondere Wartezeiten, Ausschlüsse, Leistungsdauer und Beitragshöhe – sorgfältig geprüft werden. Nur so kann man sicherstellen, dass im Ernstfall die notwendige Unterstützung auch tatsächlich zur Verfügung steht.

Wohngebäudeversicherung: Das Zuhause schützen

Die Wohngebäudeversicherung ist bei einer Immobilienfinanzierung verpflichtend – häufig jedoch nur in ihrer Minimalform. Eine qualitativ hochwertige Absicherung sollte jedoch deutlich weitergehen. Neben den klassischen Risiken wie Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel gewinnen Elementargefahren wie Überschwemmung, Starkregen oder Erdrutsch zunehmend an Bedeutung. Eine umfassende Police sollte darüber hinaus Sonderausstattungen wie Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Wallboxen berücksichtigen. Neuwertentschädigung, Verzicht auf Unterversicherung und erweiterte Leistungen im Schadenfall bieten zusätzliche Sicherheit.

Bauversicherungen: Schutz in der Bauphase nicht vergessen

Im Fall eines Neubaus oder umfangreicher Umbaumaßnahmen kommen zusätzliche Risiken hinzu. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung deckt Schadensersatzansprüche Dritter ab, die zum Beispiel durch Unfälle auf der Baustelle entstehen. Die Bauleistungsversicherung sichert das Bauvorhaben selbst – etwa gegen Vandalismus, Witterungseinflüsse oder Materialfehler. Beide Policen werden in der Praxis häufig übersehen, obwohl sie existenzielle Risiken abdecken. Die finanziellen Folgen eines nicht abgesicherten Bauunfalls oder eines durch Starkregen beschädigten Rohbaus können gravierend sein.

Privathaftpflichtversicherung: Aktualisierung für Hausbesitzer notwendig

Die private Haftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten und gleichzeitig meistverbreiteten Versicherungen im privaten Bereich. Sie schützt vor den finanziellen Folgen, wenn Dritten unbeabsichtigt ein Schaden zugefügt wird – sei es durch Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit oder ein Versäumnis im Alltag. Mit dem Erwerb einer Immobilie verändert sich jedoch die Risikosituation grundlegend, weshalb ein bestehender Vertrag unbedingt auf seine Eignung für die neue Lebenssituation hin überprüft werden sollte.

Ein zentraler Aspekt ist die Mitversicherung sogenannter Haus- und Grundbesitzerpflichten. Wer Eigentum erwirbt, übernimmt auch Verkehrssicherungspflichten: Dazu zählt beispielsweise die Pflicht, im Winter für sichere Gehwege zu sorgen oder lose Dachziegel zu sichern. Kommt es hier zu einem Schaden – etwa, weil ein Passant auf einem nicht gestreuten Gehweg stürzt oder ein Ast vom Grundstück auf ein parkendes Auto fällt –, kann der Eigentümer haftbar gemacht werden.

Auch bei nicht selbst bewohnten Immobilien oder bei teilweiser Vermietung entstehen neue Haftungsrisiken, etwa durch fehlerhafte Instandhaltung, undichte Dächer oder defekte Außenbeleuchtung. Für solche Konstellationen ist häufig eine Erweiterung der bestehenden Haftpflicht notwendig – oder sogar der Abschluss einer separaten Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Vorsorgevollmachten und Erbregelung: Handlungsfähigkeit sichern

Im Krankheitsfall oder bei einem plötzlichen Unfall ist es ohne schriftliche Vorsorgevollmacht selbst Ehepartnern oder nahen Angehörigen nicht möglich, rechtswirksame Entscheidungen zu treffen – etwa gegenüber Banken, Behörden oder Versicherungen. Dies kann die Verwaltung der Finanzierung erheblich erschweren oder ganz blockieren.

Ein digitales Notfallmanagementsystem ermöglicht die zentrale Ablage und strukturierte Verwaltung aller wichtigen Unterlagen: von Versicherungsverträgen über Vollmachten hin zu Kontaktdaten. Vordefinierte Vertrauenspersonen erhalten im Notfall Zugriff auf die relevanten Dokumente. So bleibt die Handlungsfähigkeit erhalten – auch wenn eine Person selbst nicht mehr eingreifen kann. Ferner sollte eine frühzeitige Regelung des Erbfalls – insbesondere bei gemeinsamer Finanzierung oder komplexen Familienkonstellationen – getroffen werden. Testamentarische Festlegungen und Erbverträge vermeiden Streitigkeiten und schaffen klare Verhältnisse.

Ganzheitlicher Schutz für Eigentum und Existenz ist entscheidend

Eine Immobilie schützt vor Wind und Wetter – aber nicht vor den Unwägbarkeiten des Lebens. Der dauerhafte Erhalt des Eigenheims hängt wesentlich davon ab, ob auch gesundheitliche, wirtschaftliche und rechtliche Risiken berücksichtigt werden. Ein umfassendes Absicherungskonzept, das über die bloße Erfüllung von Bankauflagen hinausgeht, schützt nicht nur das Objekt, sondern die Menschen und Existenzen, die darin leben. Es bildet die Grundlage dafür, dass das Eigenheim langfristig ein sicherer und tragfähiger Lebensmittelpunkt bleibt.

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