Berlin (dpa/tmn) - Ratenkredit statt Disponutzung: Dazu raten Verbraucherschützer immer wieder, wenn Schuldnerinnen und Schuldner ein Kontodefizit nicht in absehbarer Zeit ausgleichen können. Der Grund: Dispozinsen sind in der Regel deutlich höher als die eines Ratenkredits. Eine hohe Zinsbelastung kann die Schuldensituation noch verschlimmern. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Kreditvergleichsportals Smava zeigt, dass zum Jahresbeginn jeder elfte Volljährige im Kontominus ist. Befragt wurden mehr als 2500 Personen in Deutschland ab 18 Jahren. Der Umfrage zufolge haben Anfang Januar 9,0 Prozent der Deutschen ihr Konto überzogen. Das sind mehr als im Vorjahr (6,6 Prozent), aber immer noch weniger als 2022 (9,5 Prozent).
In welchem Umfang Kontoüberzieherinnen und Kontoüberzieher ihren Dispokredit in Anspruch nehmen, ist sehr unterschiedlich. So ist rund jeder Vierte (26,7 Prozent) mit weniger als 250 Euro im Minus, beinahe jeder Zweite (43,3 Prozent) aber mit mehr als 2000 Euro. Damit zeigt sich gegenüber dem Vorjahr (21,2 Prozent und 31,8 Prozent) ein deutlicher Zuwachs an den Rändern. Laut der Umfrage können drei von vier Disponutzern (72,8 Prozent) ihr Kontodefizit innerhalb von drei Monaten ausgleichen. Der Rest braucht dafür deutlich mehr Zeit, rund 12,7 Prozent sogar mehr als ein Jahr.
