München (tö). Für 1.000 Euro im Monat bekommt man in deutschen Großstädten zunehmend weniger Wohnfläche zum Mieten. Dies zeigt eine neue Analyse des Immobilienportals Immowelt. Dabei wurde in den 80 größten deutschen Städten anhand der Angebotsmieten für Bestandswohnungen die Wohnfläche für ein Budget von 1000 Euro im März 2022 mit dem Stand von März 2026 verglichen. Das Ergebnis: Der Wohnraum für das gleiche Geld hat sich laut den Berechnungen von Immowelt in den vergangenen vier Jahren deutlich verringert. In Berlin beispielsweise um 16 Quadratmeter – das entspricht der Fläche eines Zimmers.
Sprunghafter Anstieg der Mieten seit 2022
Erhielt man in der Bundeshauptstadt 2022 für 1.000 Euro noch rund 86 Quadratmeter, sind es heute lediglich 70 Quadratmeter. In den anderen Metropolen fallen die Rückgänge der Wohnfläche nicht ganz so drastisch aus, weil die Mieten bereits vor vier Jahren hoch waren. So sank in Hamburg die für einen Tausender angebotene Fläche von 87 auf 75 Quadratmeter, in Frankfurt von 69 auf 61 Quadratmeter. In Köln büßten Wohnungssuchende neun Quadratmeter ein, sie müssen sich heute mit 74 statt 83 Quadratmetern begnügen.
Der ohnehin schon extreme teure Standort München bildet der Analyse zufolge das Schlusslicht beim Platzangebot: Für 1.000 Euro Kaltmiete sind in der bayerischen Landeshauptstadt heute im Durchschnitt nur noch 48 Quadratmeter zu bekommen statt zuvor 55 Quadratmeter. Das entspricht in etwa einer Zwei-Zimmer-Wohnung. „Familientaugliche Wohnungen sind für ein Budget von 1.000 Euro in München nicht mehr zu finden“, teilte Immowelt mit.
Auffällig ist, dass die größten Flächenverluste in mehreren Städten des Ruhrgebiets zu beobachten waren. Dort sind im Vergleich die Mietpreise günstiger, sodass Mieterinnen und Mieter für 1.000 Euro noch geräumige Wohnungen finden können. Doch auch dort erhalten Wohnungssuchende wegen des Mietanstiegs deutlich weniger Fläche für das gleiche Geld als noch 2022: So sank in Gelsenkirchen die leistbare Fläche um 29 Quadratmeter, in Hagen um 27 Quadratmeter. Auch Recklinghausen, Duisburg und Bremerhaven verlieren jeweils mehr als 23 Quadratmeter.
Ebenfalls bemerkenswert: Die Rückgänge fallen bundesweit relativ einheitlich aus. In 60 der 80 untersuchten Städte ist die leistbare Wohnfläche um mindestens zehn Prozent binnen vier Jahren geschrumpft. „Die steigende Belastung für Mieter ist also längst nicht mehr auf Hochpreis-Metropolen beschränkt, sondern hat inzwischen breite Teile des deutschen Wohnungsmarktes erfasst – auch jene Städte, die eigentlich als preiswert gelten“, heißt es bei Immowelt.
Ein Drittel des Einkommens für Kaltmiete
Für viele Haushalte bedeutet dies, dass sie einen immer größeren Anteil ihres verfügbaren Einkommens für die Miete ausgeben müssen. Der Mittelwert des monatlichen Haushaltsnettoeinkommen (Median) lag 2025 nach Angaben des Statistischen Bundesamt bei 3.176 Euro. 1.000 Euro für die reine Kaltmiete verschlingen somit bereits fast ein Drittel des gesamten Nettoeinkommens eines Durchschnittshaushalts. Nebenkosten, Heizung oder Stromverbrauch sind noch nicht eingerechnet.
Datenbasis für die Berechnungen waren die auf dem Immobilienportal inserierten Angebote. Die leistbaren Wohnflächen wurden anhand der Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock, Baujahr 1990er-Jahre) ermittelt. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung.
