München (tö). Ratenkredite werden immer teurer. Im August erreichten die Zinsen der abgeschlossenen Konsumentenkredite im Mittel mit 7,35 Prozent einen neuen Höchststand. Seit ihrem Tiefststand im Februar 2022 hat sich diese Kreditform, mit der Verbraucherinnen und Verbraucher meist Anschaffungen wie Möbel, Autos oder etwa Elektrogeräte finanzieren, um mehr als 150 Prozent verteuert. Das geht aus einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor. Demnach hatten Verbraucher, die im August vergangenen Jahres über Verivox einen Ratenkredit abschlossen, im Mittel nur 4,75 Prozent Zinsen zahlen müssen.
Die Zahlen beruhen auf einer Analyse von Kundendaten. Herangezogen wurden nach Angaben von Verivox Kreditnehmer „mit durchschnittlicher Bonität“. Laut dem Index des Verbraucherportals biallo.de waren Ratenkredite im Oktober 2023 sogar so teuer wie seit 15 Jahren nicht mehr.
Verivox zufolge ist es wegen der gestiegenen Zinsen nicht nur deutlich kostspieliger geworden, einen Kredit aufzunehmen. Die Banken setzen bei der Prüfung von Finanzierungsanfragen auch immer strengere Maßstäbe an, wie eine vierteljährliche Umfrage der Bundesbank zeigt. Deshalb sinken auch bei Verivox die Finanzierungsangebote von Banken für potentielle Kreditnehmer, Dies gelte vor allem für Geringverdiener. Dazu zählt das Vergleichsportal Kunden mit einem Nettoverdienst bis 2000 Euro.
Verbraucherzentralen raten allerdings generell, bei Ratenkrediten vorsichtig zu sein. Darauf sollten Sie achten:
- Wer immer wieder größere Ausgaben wie eine Waschmaschine, den neuen Fernseher oder gar eine Urlaubreise auf Pump finanziert, läuft Gefahr, in eine Verschuldungsfalle zu geraten. Lieber dafür Schritt für Schritt Geld zurücklegen, um die Ausgaben dann aus dem Ersparten zu finanzieren.
- Ratenkredite sollten dann in Frage kommen, wenn Sie Ihr Dispolimit auf dem Girokonto ständig ausreizen und monate- oder gar jahrelang hohe Dispozinsen zahlen. Dann ist ein Ratenkredit zur Umschuldung in der Regel günstiger. Eine Umschuldung, um aus der Dispofalle herauszukommen, sollte jedoch stets mit dem Ziel und dem festen Willen verbunden sein, mittelfristig schuldenfrei zu werden, auch auf dem Girokonto.
- Die auf verschiedenen Online-Portalen offerierten Zinsen für Ratenkredite sind nicht selten Konditionen fürs Schaufenster. Was Kunden tatsächlich zu zahlen haben, hängt vor allem von ihrer Bonität ab.
- Bei der Suche nach einem günstigen Angebot kann es hilfreich sein, mehrere Banken zu fragen. Je nach Größe und Laufzeit des Kredits kann der Unterschied zwischen einer teuren und günstigen Bank schnell mehrere hundert Euro an Zinsen mehr oder weniger ausmachen. Unterschreibt den Kredit ein zweiter Darlehensnehmer, sollte die Bank normalerweise mit den Zinsen nach unten gehen.
- Vermeiden Sie den Abschluss einer sogenannten Restschuldversicherung. Unterm Strich zahlen Kunden dann Zinsen von weit mehr als zehn Prozent, schlimmstenfalls auch mal um die 20 Prozent im Jahr. Die Zusatzkosten für die Versicherung sind aber nicht in dem effektiven Jahreszins für den Kredit eingerechnet.
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