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16:8 bis Ramadan: Worauf es beim Fasten mit Diabetes ankommt

Ob aus religiöser Tradition oder um etwas Gewicht zu verlieren: Menschen verzichten aus verschiedenen Gründen zeitweise auf Essen. Ist dabei ein Diabetes im Spiel, sollte man folgende Dinge beachten.

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16:8 bis Ramadan: Worauf es beim Fasten mit Diabetes ankommt

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Berlin (dpa/tmn). Fasten hat viele Formen: Die eine legt alle Mahlzeiten des Tages in ein Zeitfenster von höchstens 8 Stunden und pausiert dann mindestens 16 Stunden – Stichwort Intervallfasten. Der andere verzichtet im Fastenmonat Ramadan zwischen Sonnenaufgang und -untergang komplett auf Essen und Trinken. 

Egal, welches Fastenkonzept: Verzichten wir eine Weile auf Nahrung, sinkt der Blutzuckerspiegel. Menschen mit Diabetes müssen aufpassen, damit es nicht zu gefährlichen Stoffwechselentgleisungen kommt – etwa einer Unterzuckerung oder einer Ketoazidose, also einer Übersäuerung des Blutes. 

Für Diabetiker gilt deshalb: „Fasten darf nie auf eigene Faust begonnen werden – weder aus religiöser Überzeugung noch aus gesundheitlichem Ehrgeiz“, so Theresia Schoppe, Vorstandsmitglied im Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD).  

Immer eine gute Idee ist also, die Fastenpläne vorab mit der Ärztin oder dem Diabetesberater zu besprechen. Was genau es zu beachten gibt, hängt von der Art des Fastens, aber auch von Diabetestyp und Therapie ab. Zwei Beispiele im Detail:  

Beispiel 1: Ramadan

Menschen mit Typ-2-Diabetes können laut VDBD im Ramadan fasten – vorausgesetzt, ihr Stoffwechsel ist stabil eingestellt. Ein Anhaltspunkt, dass das der Fall ist: Der Langzeitblutzucker HbA1c liegt unter acht Prozent. 
Konkret sollten sie Folgendes beachten:  

  • Dosis und Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme müssen im Ramadan oft angepasst werden. Sinnvoll ist, das vorab mit Arzt oder Ärztin zu klären. 
  • Diabetikerinnen und Diabetiker sollten regelmäßig ihren Blutzuckerspiegel messen. Konkret: vor dem Fastenbrechen, danach, nachts und vor Suhoor, also der Mahlzeit vor Sonnenaufgang. 
  • Das abendliche Fastenbrechen, Iftar, sollte gemüse- und salatlastig ausfallen – das entlastet den Stoffwechsel. Für Suhoor sind Lebensmittel mit vielen Ballaststoffen eine gute Wahl, denn sie halten lange satt. Beispiele sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, gekochte Eier. 
  • Ebenfalls wichtig: viel trinken. 

Und was gilt für Menschen mit einem Typ-1-Diabetes? Der VDBD rät Typ-1-Patienten mit instabilen Werten, einer Neigung zu Unterzuckerung und/oder Diabetes-Komplikationen wie Nierenschäden dazu, auf das Fasten im Ramadan lieber zu verzichten. 

„Allen anderen möchten wir nicht pauschal abraten, doch es braucht in jedem Fall eine spezialisierte Betreuung, klare Abbruchregeln und die Bereitschaft, das Fasten bei Auffälligkeiten sofort zu beenden“, fasst Diabetes-Beraterin Schoppe zusammen. So sind unter anderem Schwindel, Übelkeit und Zittern Warnzeichen, bei denen man das Fasten sofort unterbrechen sollte.  

Beispiel 2: Intervallfasten 

16 Stunden fasten, 8 Stunden essen. Oder: Fünf Tage pro Woche normal essen und dann zwei Tage Pause einlegen. Das sind zwei häufige Intervallfasten-Konzepte. 

Solche strukturierten Fasten-Formate können für Menschen mit einem Typ-2-Diabetes durchaus Vorteile bringen. Denn sie können den Langzeitblutzucker senken und bei der Gewichtsabnahme helfen, der VDBD verweist auf entsprechende Untersuchungen. Auch hier gilt aber: 

  • Rücksprache mit Arzt oder Ärztin halten. Insulin bzw. blutzuckersenkende Medikamente müssen beim Intervallfasten laut VDBD oft um 20 bis 30 Prozent reduziert werden. 
  • Der Blutzuckerspiegel sollte mindestens viermal am Tag kontrolliert werden. 
  • Zeit für Essen? Dann sollten die Mahlzeiten reich an Eiweiß und Ballaststoffen sein, kombiniert mit einem moderaten Kohlenhydratanteil. Beispiele: gegrilltes Hähnchen mit Brokkoli und Linsen oder ein Omelett mit Gemüse und etwas Vollkornbrot. 

Auch beim Intervallfasten ist für alle mit einem Typ-1-Diabetes Vorsicht geboten. Laut VDBD sind ihnen höchstens milde Formen mit kurzen Essenspausen zu empfehlen, begleitet von Blutzuckermessungen alle zwei bis drei Stunden. 


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