Ihre-Vorsorge Logo

Achtung, Allergiker: Die Pollensaison hat begonnen

Auch wenn noch Winter ist, produzieren die ersten Frühblüher bereits kräftig Pollen. Mit dem Klimawandel ändert sich auch die Pollensaison. Was das für Allergiker bedeutet.

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Waldwiese mit Bäumen im Sonnenlicht.

© Nicht definiert

Berlin. Viele Allergiker haben es durch tränende Augen oder Niesreiz bereits zu spüren bekommen: Der Pollenflug in Deutschland ist wegen der milden Temperaturen schon voll im Gang. Hasel und Erle sind als Frühblüher bereits seit einigen Wochen in der Luft und stäuben nach Angaben der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst mit zum Teil hoher Intensität. Auch die Pollen von Eiben, Zypressengewächsen, Pappeln oder Ulmen fliegen demnach an immer mehr Orten. „Mit der milden Frühlingsluft ploppen reihenweise die Blüten frühblühender Baumarten auf und schicken ihre staubige Fracht ... auf Reisen“, wie die Stiftung vergangene Woche in ihrer wöchentlich veröffentlichten Pollenvorhersage berichtete. Wegen zeitweiligen Regenfällen müssten sich Allergiker allerdings auf große Belastungsschwankungen einstellen. Bei Regen reduziert sich die Pollenkonzentration.

Einer Befragung des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge, die von 2008 bis 2011 stattfand, leiden rund 15 Prozent der Deutschen an Heuschnupfen, knapp neun Prozent an Asthma bronchiale. Während bei Heuschnupfen die oberen Atemwege in Mitleidenschaft gezogen sind, ist es bei Asthma die Lunge: Betroffene haben zum Beispiel Anfälle von Atemnot. Dem RKI zufolge hat die Häufigkeit allergischer Erkrankungen seit den 1970er Jahren in Ländern mit westlichem Lebensstil stark zugenommen und sich auf einem hohen Niveau stabilisiert. Die Häufigkeit von Asthma steige weiter an.

Kaum Verschnaufpausen für Allergiker

Früher galten die Wintermonate als Verschnaufpause für Allergiker. Mittlerweile beobachten Fachleute, dass sich wegen des Klimawandels beinahe die Zeiten überschneiden, in denen die letzten Pollen der Vorsaison verschwinden und die ersten der neuen Saison auftauchen. Das beeinflusst Auftreten, Häufigkeit und Schwere allergischer Erkrankungen. „Allergiker haben im Prinzip das ganze Jahr Symptome“, sagte Claudia Traidl-Hoffmann, Direktorin der Umweltmedizin am Uniklinikum Augsburg, der Deutschen Presse-Agentur. „Sie leiden länger und sie leiden mehr, weil mehr Pollen pro Tag fliegen.“ 

Eine weitere Folge des Klimawandels sei, dass Pollen mehr Allergene freisetzten. Das hängt der Allergologin zufolge nicht nur mit gestiegenen Temperaturen, sondern auch mit einer höheren Schadstoffbelastung zusammen. Vor allem in Städten sei zu beobachten, dass Pflanzen bei einer hohen Schadstoffkonzentration mehr Pollen produzierten – eine Stressreaktion, wie Traidl-Hoffmann erklärte. „Das ist eine Überlebensstrategie der Pflanze.“ Schließlich diene der Pollenflug der Fortpflanzung. Ebenfalls zur Belastung werden könne die Tatsache, dass der Klimawandel neue Pflanzen und damit auch neue Pollen und neue Allergien nach Deutschland bringe.

Zahl der Allergiker wird laut Prognosen zunehmen

Die Entwicklung ist nach Angaben der Ärztin vor allem für schwere Asthmatiker und für ältere Menschen ein Problem. „Aber gerade auch unsere Kinder leiden natürlich wahnsinnig darunter.“ Wer ständig niesen muss oder sich erschöpft fühlt, kann sich auch in der Schule schlechter konzentrieren. Wie sieht der Trend für die kommenden Jahre aus? „Die größte Allergiegesellschaft der Welt, die Europäische Akademie für Allergologie und klinische Immunologie, erwartet, dass im Jahr 2050 die Hälfte der Europäer allergisch ist“, sagte Traidl-Hoffmann.

Gegen die Symptome können Betroffene Nasensprays, Augentropfen und Tabletten nutzen. An der Ursache setzt eine Immuntherapie etwa mit Spritzen oder Tabletten (Hyposensibilisierung) an. Allergiker sollten die Hyposensibilisierung aber beginnen, bevor die jährlichen Allergiebeschwerden einsetzen, empfahl Traidl-Hoffmann.

Mehr zum Thema

 


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Manchmal reicht das Einatmen von kühler Luft und schon zieht es fies. Wer empfindliche Zähne hat, fragt sich: Was kann ich dagegen tun? Experten geben zum Teil überraschende Tipps.

Time
2 Minuten

Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht? Experten zufolge ist das zu kurz. In Deutschland trifft das aber auf viele Menschen zu. Vor allem eine Gruppe ist betroffen, wie eine Untersuchung zeigt.

Time
3 Minuten

Eine Übersichtsstudie zeigt: E-Zigaretten helfen mehr Rauchern beim Ausstieg als andere Methoden. Doch sind sie wirklich die beste Art zum Aufhören? Krebsforscher bleiben kritisch.

Time
2 Minuten

Die Behandlung mit Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro kostet mehrere Hundert Euro im Monat. Eine Kostenübernahme könnte die GKV mit Milliarden belasten, warnt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands.

Time
2 Minuten

Neue Funktionen sollen die elektronische Patientenaktie attraktiver machen. Welchen konkreten Nutzen bringt das den Versicherten?

Time
2 Minuten

Mehr als 35.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an einer Sepsis. Wie Sie die Warnzeichen selbst erkennen können – und warum schnelle Hilfe Leben rettet.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026