Berlin (iv). Viele Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt werden nach Angaben des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) nicht optimal versorgt, weil sie in Kliniken ohne Herzkatheterlabor eingeliefert werden.
Von den rund 203.000 Herzinfarkt-Fällen im Jahr 2020 in Deutschland seien sieben Prozent in Kliniken behandelt worden, die über kein Katheterlabor verfügten. Betroffen seien mehr als 14.000 Herzinfarkt-Behandlungen. Das gehe aus dem Online-Portal „Qualitätsmonitor“ des Instituts hervor.
Besonders ausgeprägt sei dies in den 362 Kliniken, die 2020 weniger als 25 Fälle behandelten. Nur jede fünfte Klinik in dieser Gruppe verfügte laut Qualitätsmonitor über ein Herzkatheterlabor.
„In Kliniken, die häufig Herzinfarkte behandeln, können Patientinnen und Patienten die optimale Ausstattung und Erfahrung erwarten. So sollte bei schweren Herzinfarkten möglichst innerhalb von einer Stunde eine Herzkatheter-Behandlung erfolgen. In Häusern, die nur selten Herzinfarkte behandeln, ist das bis auf wenige Ausnahmen nicht gewährleistet“, sagt WIdO-Geschäftsführer Jürgen Klauber.
Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie empfiehlt, Krankenhäuser ohne rund um die Uhr verfügbares Katheterlabor zu umgehen.
