Ihre-Vorsorge Logo

Behandlung in Spezialkiniken könnte Tausende Leben retten

Laut Bericht einer Regierungskommission können mehr Krebs- und Schlaganfallpatienten überleben, wenn sie in Spezialkliniken behandelt würden.

Lesezeit

3 Minuten

Veröffentlicht

Schlaganfall-Patient wird vom Notarzt in die Stroke Unit eines Krankenhauses eingeliefert. Bild: IMAGO / imagebroker

© Nicht definiert

Berlin (dpa). Durch Behandlungen nur in spezialisierten Kliniken lassen sich laut einer Analyse tausende Todesfälle bei Schlaganfällen und schweren Erkrankungen wie Krebs vermeiden. Eine Konzentration mit Qualitäts-Mindeststandards biete „erhebliche Potenziale“ für bessere Ergebnisse, heißt es in einem am Donnerstag in Berlin vorgelegten Bericht einer Regierungskommission, die das Bundesgesundheitsministerium berät. Wegen der hohen Krankenhausdichte in Deutschland müssten dabei auch „keine wesentlichen Einschränkungen der Erreichbarkeit in Kauf genommen“ werden.

Konkret gebe es das Potenzial, bei elf untersuchten Krebsarten jährlich mehr als 20.000 Lebensjahre zu retten, wenn alle Patienten in zertifizierten Krebszentren behandelt würden, heißt es in der Stellungnahme. Bisher würden dort je nach Krebsart zwischen 35 und 84 Prozent der Patientinnen und Patienten behandelt.

Schlaganfall: Jährlich 5000 zusätzliche Überlebende möglich

Wenn nur noch zertifizierte Zentren zur Krebsbehandlung zugelassen wären, würde bei Darm-, Brust- und Prostatakrebs die mittlere Erreichbarkeit für die Bevölkerung unter oder um 20 Minuten liegen. Dies wäre „unverändert exzellent“ im Vergleich zu europäischen Nachbarländern, heißt es in der Analyse, über die zunächst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete.

Bei Schlaganfällen gibt es laut der Analyse das Potenzial, dass jährlich knapp 5000 Menschen zusätzlich im ersten Jahr nach einem Schlaganfall überleben – wenn alle Patienten in Krankenhäuser mit Spezialabteilungen zur schnellen Versorgung (Stroke Unit) kämen. Im Jahr 2021 gab es demnach bundesweit 328 Standorte mit einer solchen Spezialstation, aber auch weitere 1049 Krankenhäuser behandelten Schlaganfälle. Ausgewertet wurden den Angaben zufolge Daten der gesetzlichen Krankenkassen, aus Qualitätsberichten der Krankenhäuser und aus medizinischen Registern und Fachgesellschaften. Auch Analysen der Kassen zeigten bereits Vorteile spezialisierter Behandlungen.

„Patienten sterben früher als nötig“

Der Leiter der Regierungskommission, Tom Bschor, erläuterte, dass im gegenwärtigen System Patientinnen und Patienten mit Schlaganfall und Krebs „früher sterben als nötig, weil zu viele Krankenhäuser diese Behandlungen durchführen“. Deutschland habe mit seiner „einzigartig hohe Dichte an Krankenhäusern“ ideale Voraussetzungen, auch mit einer Konzentration auf erfahrene Kliniken engmaschig eine exzellente Versorgung anzubieten.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach strebt über den Sommer konkretere Vorschläge für die Reform an. Die auch auf Empfehlungen der Kommission zurückgehenden Gesetzespläne sehen bundeseinheitliche Qualitätskriterien vor, dazu genauer definierte Leistungsbereiche der Krankenhäuser mit entsprechender Finanzierung. Zudem soll das Vergütungssystem mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert werden, um Kliniken von ökonomischem Druck zu lösen. Um nicht auf immer mehr Fälle angewiesen zu sein, sollen sie einen größeren Vergütungsanteil allein schon für das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen. Die nächsten Beratungen von Bund und Ländern über das Reformkonzept sind am 29. Juni.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
3 Minuten

Manchmal reicht das Einatmen von kühler Luft und schon zieht es fies. Wer empfindliche Zähne hat, fragt sich: Was kann ich dagegen tun? Experten geben zum Teil überraschende Tipps.

Time
2 Minuten

Weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht? Experten zufolge ist das zu kurz. In Deutschland trifft das aber auf viele Menschen zu. Vor allem eine Gruppe ist betroffen, wie eine Untersuchung zeigt.

Time
3 Minuten

Eine Übersichtsstudie zeigt: E-Zigaretten helfen mehr Rauchern beim Ausstieg als andere Methoden. Doch sind sie wirklich die beste Art zum Aufhören? Krebsforscher bleiben kritisch.

Time
2 Minuten

Die Behandlung mit Abnehmspritzen wie Wegovy oder Mounjaro kostet mehrere Hundert Euro im Monat. Eine Kostenübernahme könnte die GKV mit Milliarden belasten, warnt Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands.

Time
2 Minuten

Neue Funktionen sollen die elektronische Patientenaktie attraktiver machen. Welchen konkreten Nutzen bringt das den Versicherten?

Time
2 Minuten

Mehr als 35.000 Menschen sterben jährlich in Deutschland an einer Sepsis. Wie Sie die Warnzeichen selbst erkennen können – und warum schnelle Hilfe Leben rettet.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026