Ihre-Vorsorge Logo

Bundesärztekammer für neue Organspenderegeln

Viele Schwerkranke müssen lange auf Spenderorgane wie eine Niere oder Leber warten. Im Parlament gibt es eine Initiative für eine große Reform. Einschätzungen dazu gehen auseinander.

Artikel vorlesen

Lesezeit

2 Minuten

Veröffentlicht

Mann hält Organspendeausweis zwischen den Fingern. – Bild: BZgA

© Nicht definiert

Auch 2024 gab es wieder zu wenig Organspenden. Eindeutiges Zeichen zur Spendenbereitschaft: der Organspendeausweis.

Berlin (dpa). Im Ringen um mehr Organspenden in Deutschland unterstützt die Bundesärztekammer Vorstöße zur Änderung der Spenderegeln. Die Einführung einer Widerspruchslösung könne “zu einem echten Mentalitätswandel in der Bevölkerung beitragen”, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme für eine Anhörung am Mittwoch im Bundestag. Dies könne die Diskrepanz zwischen einer hohen grundsätzlichen Spendebereitschaft und niedrigen Spenderzahlen verringern. Dabei bleibe die individuelle Entscheidungsfreiheit gewahrt.

Eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe hatte im Dezember einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, um die Widerspruchsregelung einzuführen. Damit würden alle als Spender gelten - außer, man widerspricht. Derzeit sind Organentnahmen nur mit ausdrücklicher Zustimmung zulässig. Ob es noch vor der Neuwahl am 23. Februar zu einer Abstimmung kommt, ist ungewiss. Auch der Bundesrat macht sich für eine Widerspruchslösung stark. 

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe spricht sich in ihrer Stellungnahme für die Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags dagegen aus. Man setze damit nicht auf eine positive Entscheidung für eine Spende, sondern nehme fehlende Aktivität oder Nichtwissen von Menschen in Kauf. Es stehe zu befürchten, “dass das Vertrauen in die Transplantationsmedizin weiter beschädigt wird und die Spendebereitschaft sinkt, statt zu steigen”.

Patientenschützer warnen vor “ethischem Ausverkauf”

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte einen Verzicht auf eine Neuregelung der Organspende vor der Bundestagswahl. “Am Ende der Legislaturperiode darf es keinen ethischen Ausverkauf geben”, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Es sei ein Irrglaube, dass allein die Widerspruchslösung zu signifikant mehr Organspenden führe. Die Einführung der Widerspruchslösung wäre zudem ein erheblicher Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, warnte Brysch. 

Leichter Rückgang bei Organspenden 2024

Organe wie Nieren, Lebern oder Herzen für schwer kranke Patienten werden seit Jahren dringend benötigt. Im vergangenen Jahr gaben 953 Menschen nach dem Tod ein Organ oder mehrere Organe für andere frei - nach 965 im Jahr 2023, wie die koordinierende Deutsche Stiftung Organtransplantation ermittelte. Zugleich standen Ende 2024 knapp 8.300 Menschen auf Wartelisten.

Mehr zum Thema


Weitere Artikel

Time
6 Minuten

Die Krankheit ist heimtückisch und laugt die Patienten aus, wenn sie chronisch wird. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen.

Time
3 Minuten

Daddeln am Tablet oder Smartphone macht Kinder kurzsichtig? Die Zusammenhänge sind komplexer. Welche Tipps Ärzte für gesunde Kinderaugen geben – und was sich hinter der 20-20-20-Regel verbirgt.

Time
2 Minuten

Mit dem Herbst kommen Hatschi und Husten: Klar, dass man einen Infekt zum Saisonwechsel vermeiden möchte. Welche Routinen das Erkältungs-Risiko senken.

Time
6 Minuten

Mit Abnehmspritze oder -pille mühelos in ein leichteres und gesünderes Leben? So einfach ist es nicht. Eine Expertin verrät, wie man häufige Fallstricke umgeht.

Time
2 Minuten

Es geht um Gesundheit, aber auch um den Preis. In der Frage, wie man mittels Ernährung gesund alt werden kann, gibt es laut einer Umfrage Unterschiede zwischen den Generationen – und Gemeinsamkeiten.

Time
3 Minuten

Schwerbehinderte Menschen sind oft gut ausgebildet. Wegen der schwierigen konjunkturellen Lage nahm ihre Arbeitslosenquote 2024 auf zwölf Prozent zu. Doch wuchs auch die Beschäftigtenquote, wie der DGB ermittelt hat.

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Verpassen Sie kein Thema mehr.

Unser Newsletter informiert Sie regelmäßig und aktuell rund um die Themen Rente, Finanzen, Gesundheit und Soziales. Keine Werbung und 100% kostenlos.

Kontakt zur Deutschen Rentenversicherung

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Icon Telefon
Kostenloses Servicetelefon
Mo. – Do. 08:00 – 19:00, Fr. 08:00 – 15:30
Logo Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung

Rechtliches

Service

Kostenlos und jederzeit abbestellbar – nach dem Absenden wählen Sie Themen und Rhythmus.

Logo klein Deutsche Rentenversicherung
Eine Initiative der Deutschen Rentenversicherung
© Ihre-Vorsorge 2026